Tatverdächtiger hatte 15 Waffen

Nach Gewalttat im Kreis Reutlingen: Obduktionen abgeschlossen

Die Obduktion der fünf Toten im Kreis Reutlingen ist abgeschlossen. Am Dienstag soll ein Vater vier Familienmitglieder und sich selbst getötet haben. Seine Schusswaffe war angemeldet.

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Von Autor/in Theresa Krampfl

Nach der Gewalttat in einer Familie im Kreis Reutlingen mit fünf Toten ist die Obduktion abgeschlossen. Ein 63-jähriger Mann soll vier Familienmitglieder und sich selbst getötet haben. Am Freitag haben Polizei und Staatsanwaltschaft neue Details zur Todesursache und der Schusswaffe bekannt gegeben.

Demnach hat der tatverdächtige Familienvater seine 57-jährige Ehefrau, die beiden Söhne und sich selbst erschossen. Die 60-jährige Schwester des Tatverdächtigen wurde hingegen "unter anderem durch einen spitzen Gegenstand" getötet, so die Polizei. 

Mutmaßlicher Täter hat Schusswaffe legal besessen

Der mutmaßlich verwendete Revolver befand sich legal im Besitz des 63-Jährigen. Die Waffe sei im Rahmen seiner Tätigkeit als Jäger ordnungsgemäß registriert gewesen. Neben dieser Waffe hatte der Mann laut Reutlinger Landratsamt noch 13 Gewehre und eine weitere Kurzschusswaffe. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben sei der Mann zuletzt 2024 überprüft worden. Dabei habe es keine Beanstandungen gegeben, so das Landratsamt.

Eine Ermittlungsgruppe mit rund 40 Beamtinnen und Beamten der Kriminalpolizei Esslingen beschäftigt sich nun weiter mit der Frage nach dem Motiv, aber auch wann und in welcher Reihenfolge der 63-Jährige seine Ehefrau, seine Schwester, die beiden Söhne und sich selbst getötet haben soll. Aktuell ist die Polizei dabei, alle gesicherten Spuren der drei Tatorte auszuwerten. Außerdem sollen verschiedene Zeugen gehört werden, so ein Polizeisprecher. Es handle sich um einen sehr komplexen Fall.

Viele Reutlinger sind geschockt: "Brutale Tragödie"

In der Innenstadt von Reutlingen fragen sich viele im Gespräch mit dem SWR, ob die Tat nicht hätte verhindert werden können und warum die Schüsse niemand mitbekommen hat. Und wundern sich: Wenn familiäre Streitigkeiten der Grund waren, hätte man es doch anders lösen können. "Ich frage mich, warum das immer häufiger vorkommt bei uns", so eine Reutlingerin. "Eine brutale Tragödie", ergänzt ein älterer Herr. Ein junger Mann spekuliert, dass eine psychische Krankheit eine Rolle gespielt haben könnte. Er meint, solche Erkrankungen sollten enttabuisiert werden. "Solche Leute brauchen einfach Hilfe." Der Schrecken sitzt tief bei den Menschen.

Viele Hintergründe zu Tötungen in Reutlingen bislang unklar

Nach der Gewalttat im Kreis Reutlingen sind viele Fragen noch offen. Fünf Mitglieder einer Familie wurden an drei verschiedenen Orten im Kreis tot aufgefunden: In Pfullingen, Reutlingen und St. Johann. Bisher geht die Polizei davon aus, dass der 63-Jährige seine Schwester, seine Ehefrau und seine beiden Söhne umgebracht hat. Die Gründe sind bislang unbekannt.

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