Eine große Trommel, Schilder, Prozessakten und sogar eine Flasche "Rebellensaft" - viele alte Schätze des 2004 verstorbenen Remstal-Rebellen Helmut Palmer sollen ins Tübinger Stadtarchiv kommen. Ein Kleintransporter hat die Gegenstände aus seinem ehemaligen Haus in Remshalden-Geradstetten (Rems-Murr-Kreis) erst einmal in ein Lager in Kirchentellinsfurt gebracht, berichtet Tübingens Stadtarchivar Johannes Grützmacher dem SWR.
Nachlass erst in Monaten einsehbar
Bis man die Gegenstände sehen kann, könne es jedoch noch mehrere Monate dauern. Man müsse das viele Material erst einmal ordnen, auch ein Restaurator sollte sich um beschädigte und verschmutzte Teile kümmern, sagt Grützmacher. Sohn Boris Palmer freut sich derweil auf Facebook über das Vermächtnis seines Vaters, das in Tübingen eine neue Heimat finden soll: "Herzlichen Dank an den Gemeinderat, der dieser Idee unseres Stadtarchivars zugestimmt hat", schreibt der Tübinger Oberbürgermeister.
Ein besonderer Fund aus dem Keller des Palmer-Hauses: Einige Flaschen von "Palmers Rebellensaft". "Komplett vergoren, daher vermutlich gut gehalten", schreibt Boris Palmer bei Instagram unter ein Bild der Flasche.
Palmer-Nachlass im Stadtarchiv: Idee entstand nach SWR-Doku
Die Idee ist Stadtarchivar Grützmacher beim Schauen der SWR-Doku "Der Palmer-Komplex" gekommen: "Da habe ich gedacht: Das sieht nicht so aus, als ob die Gegenstände dort gut untergebracht sind." Helmut Palmer zeigte sich zu Lebzeiten immer wieder in Tübingen - und bis heute besteht die Verbindung zur Unistadt. Denn hier hat sein Sohn Boris Palmer später das geschafft, was seinem Vater nie gelang: Bürgermeister zu werden.
"Helmut Palmer war ein unglaublich produktiver Mensch, er hat viel geschrieben und viel schreiben lassen. Da müssen wir Ordnung reinbringen", sagt Grützmacher. Die Schätze des Remstal-Rebellen seien eine der "größten Bestände, die wir in letzter Zeit übernommen haben." Auf die Archivare wartet in den nächsten Wochen also viel Arbeit.