Betrugsmasche Schockanrufe

Prozessauftakt in Tübingen: Angehörige um Geld und Münzen betrogen

Der Angeklagte soll als Geldabholer Teil einer Bande gewesen sein, die mit Schockanrufen Telefonbetrug begangen haben soll. Am Landgericht Tübingen läuft der Prozess.

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Von Autor/in Sabrina Kır

Am Landgericht Tübingen hat am Montag der Prozess gegen einen 24-jährigen Angeklagten begonnen. Ihm wird vorgeworfen, als Mitglied einer Bande nach sogenannten Schockanrufen, Bargeld und Wertgegenstände bei Geschädigten abgeholt zu haben. Die Taten sollen sich laut Staatsanwaltschaft im April vergangenen Jahres ereignet haben. Dabei sollen sich die Täter am Telefon als Polizeibeamte ausgegeben und vorgetäuscht haben, ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Um eine vermeintliche Haftstrafe abzuwenden, forderten sie eine Kaution.

Geschädigte jeweils allein zu Hause

In Weil im Schönbuch (Kreis Böblingen) soll eine Frau nach einem solchen Anruf Bargeld und Wertsachen im Wert von rund 400.000 Euro übergeben haben. Sie habe krank zu Hause im Bett gelegen, während der Rest ihrer Familie gemeinsam mit dem Auto unterwegs gewesen sei, so erzählt sie es als Zeugin vor Gericht. Der Angeklagte soll mit einem Taxi aus Reutlingen zu ihrem Wohnhaus gefahren sein.
In einem weiteren Fall in Reutlingen soll ein Mann kontaktiert worden sein. Die Täter sollen eine Kaution in Höhe von 70.000 Euro gefordert haben. Da der Mann kein Bargeld zu Hause hatte, übergab er Münzen, von denen er annahm, sie seien aus Gold. Tatsächlich lag ihr Wert laut Angaben des Pressesprechers des Landgerichts Tübingen bei etwa 130 Euro.

Angeklagter soll mehrfach mit Taxi angereist sein

Auch in Lichtenstein-Honau (Kreis Reutlingen) soll eine Frau nach einem Schockanruf Bargeld sowie Wertsachen übergeben haben. Als Zeugin erzählt auch sie, sie habe krank zu Hause gelegen, während ihre Familie gemeinsam mit dem Auto unterwegs gewesen sei. Hier soll der Angeklagte ebenfalls mit einem Taxi zum Wohnhaus gefahren sein. Der Gesamtwert der übergebenen Gegenstände wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt.

Ob und weshalb den Tätern bekannt war, dass sich die Frauen jeweils allein zu Hause aufhielten, ist derzeit unklar.

Der Angeklagte ließ vor Gericht erklären, er bereue die Taten zutiefst und entschuldige sich bei den Geschädigten. Ein Urteil soll Mitte März fallen.

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Sabrina Kır
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.

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