Weltraumüberwachung auf der Schwäbischen Alb

Bald kommen die Weltraumteleskope: Bundeswehr feiert Richtfest in Meßstetten

Die Bundeswehr spricht von einem "Meilenstein". Beim Richtfest auf dem Truppenübungsplatz in Meßstetten war ein erster Blick auf die Teleskop-Türme möglich.

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Von Autor/in Nathalie Waldenspuhl

Die Bundeswehr lässt auf dem Truppenübungsplatz in Meßstetten (Zollernalbkreis) zwei Teleskope zur Weltraumüberwachung bauen. Die Türme, in die die Geräte eingebaut werden, sind schon fertig. Deswegen hat die Bundeswehr am Mittwoch ein Richtfest mit allen Projektbeteiligten gefeiert.

Türme für Teleskope sind fertig

Fünf Meter hoch und sieben Meter Durchmesser: So groß sind die beiden Türme, die in den vergangenen Monaten auf dem Truppenübungsplatz gebaut wurden, sagt das Bauunternehmen. Noch sind die weißen Kuppeln auf den Betonklötzen leer. Das ändert sich aber bald: Hier werden demnächst die beiden Weltraumteleskope eingebaut.

Gruppenbild vor Weltraumteleskop in Meßstetten: Beim Richtfest sind die Projektpartner in Meßstetten zusammengekommen.
Beim Richtfest der Weltraumteleskope hat sich die Bundeswehr bei ihren Projektpartnern bedankt. Für den Bau der Teleskope ist der Dienstleister steep aus Bonn hauptverantwortlich. Es wirken auch das bayerische Unternehmen Baader Planetarium, das Düsseldorfer Software-Unternehmen "Sciencentric" und die Firma Rosenberger Bau aus Villingen-Schwenningen mit.

Für Oberstleutnant Stephan Huland von der Bundeswehr ist das Richtfest ein erster Meilenstein in einem wichtigen Projekt. Die geplanten Teleskope ermöglichen dem Weltraumkommando der Bundeswehr, das Weltall zu überwachen. Bisher habe die Bundeswehr dafür noch kein eigenständiges, nationales Überwachungssystem.

Weltraumüberwachung: Neue Ziele der Bundeswehr

Die Weltraumüberwachung solle sich langfristig aber nicht nur in Meßstetten abspielen. Die Bundeswehr arbeite daran, weitere Anlagen zu bauen, sagt Oberstleutnant Huland - am liebsten auch in Kooperation mit Partnerländern, um von verschiedenen Punkten der Erde aus ins Weltall blicken zu können. Das Ziel sei ein "globales Netzwerk für die Weltraumüberwachung", in das Deutschland eingebunden ist.

Wozu genau die Meßstetter Teleskope in Zukunft eingesetzt werden sollen, dazu hat sich das Beschaffungsamt der Bundeswehr bereits im August 2024 in einer Mitteilung geäußert. Demnach sollen sie Risiken erkennen, wie etwa Weltraumschrott, der Satelliten treffen und beschädigen könnte. Auch andere "Weltraumobjekte" sollen "überwacht und bei Bedarf aufgeklärt" werden, zum Beispiel um Spionage zu unterbinden.

Wie das Teleskopsystem funktionieren soll

Die beiden Teleskope haben jeweils verschiedene Aufgaben: Das erste Gerät ist ein Auffindeteleskop. Es hat einen weiten Blickwinkel in die Atmosphäre und kann Bewegungen erkennen. Das zweite Teleskop ist ein sogenanntes Tracking-Teleskop. Das kann sehr nahe an Objekte heranzoomen und sie somit näher bestimmen.

Die beiden Teleskope können miteinander kommunizieren. Wenn sie ein Objekt entdeckt haben, übertragen sie ihre Informationen - etwa die genaue Position oder die Umlaufbahn - an das Weltraumlagezentrum in das nordrhein-westfälische Uedem. Von dort aus werden die Teleskope auch gesteuert.

Menschen stehen in einer weißen Kuppel, im Hintergrund öffnet sich eine Luke. Beim Richtfest der Weltraumteleskope konnte man auch das Innere der Dachkuppel besichtigen.
So sieht es im inneren der Kuppel aus, wenn sie sich öffnet.

So soll es mit den Teleskopen weitergehen

Nach dem Richtfest geht es auf dem Truppenübungsplatz im September weiter. Dann werden laut Bundeswehr die Teleskope geliefert und in die Türme eingebaut. Nach der Einbauphase soll das System im Januar 2026 starten. Eine offizielle Übergabe an die Bundeswehr ist für Mai geplant.

Redaktioneller Hinweis: In einer vorigen Version des Artikels hatten wir berichtet, dass die Türme neun Meter hoch seien. Tatsächlich sind sie fünf Meter hoch.

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