Im sonnigen Herbstlicht plätschert der Dorfbrunnen im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck (Kreis Tuttlingen) gemütlich vor sich hin. Doch in den alten Häusern um den Dorfplatz wird viel gearbeitet. Die Angestellten des Museums bereiten es für den Winterschlaf vor.
SWR Reporter Bertram Schwarz war beim Großputz und den Vorbereitungen für die Winterpause im Freilichtmuseum dabei:
Bett des Hilfslehrers wird vorbereitet
Silvia Speichinger ist grade im ersten Stock des alten Schul- und Rathauses beschäftigt. 1830 ist es in Bubsheim bei Tuttlingen erbaut worden und in den 1980ern ins Freilichtmuseum gekommen. In einem der Klassenzimmer gibt es einen kleinen Verschlag.
Darin: ein schmales Bett, ein Stuhl und ein kleiner Tisch aus Holz. "Hier musste der Hilfslehrer auf sechs Quadratmetern sein Leben fristen", sagt Speichinger, die grade das Bett abzieht. Der hat nämlich wenig verdient. Eine eigene Wohnung? Undenkbar. Jetzt sichert Speichinger den Bettbezug, damit er nicht modrig wird.
In Sicherheit vor Feuchtigkeit und Mäusen
Speichinger hat heute im "Bärbele-Haus" angefangen, alles winterfest zu machen. "Wir arbeiten uns von Haus zu Haus durch, später ist noch das große Kaufhaus dran." Winterfest machen – das heißt: die Mitarbeitenden machen die Böden sauber und entfernen alles, das gern Feuchtigkeit aufnimmt. Die Bettwäsche, Bilder, und Bücher.
Die alten Museumshäuser haben schließlich keine Heizung, so der technische Museumsleiter Jürgen Thiel. Darum ist es drinnen feucht. Alle sensiblen Sachen kommen deswegen in einen trockenen Raum, der außerdem sicher vor Mäusen ist.
Winterurlaub für die Tiere
Aber nicht nur Gegenstände werden weggebracht. Auch die Tiere des Freilichtmuseums ziehen um. "Die Gänse und Esel gehen jeden Winter in den Urlaub, immer auf die gleichen Bauernhöfe", sagt Thiel.
Für die Angestellten gibt es dagegen keinen Winterschlaf. Die besucherfreie Zeit wird zum Beispiel für Reparaturarbeiten genutzt. Schließlich soll alles bereit sein für die nächste Saison. Die letzte Saison war mit 80.000 Besucherinnen und Besuchern sehr erfolgreich, so die Museumsleitung. Im Frühjahr 2026 kommen Tiere, Bettwäsche, Bilder, und Bücher dann zurück an ihren Platz.