250 Arbeitsplätze betroffen

Stellenabbau und Sparkurs: Reutlingen beschließt Doppelhaushalt

Reutlingen steht unter Druck. Um Kosten zu senken, plant die Stadt rund 250 Stellen abzubauen. Gewerkschaft und Personalrat kritisieren die Pläne.

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Von Autor/in Enrico Ferrari

Reutlingen hat am Donnerstagabend den Doppelhaushalt für 2026/27 beschlossen. Vor der Gemeinderatssitzung haben die Gewerkschaft ver.di und der Personalrat der Stadtverwaltung protestiert. Sie befürchten unter anderem schlechtere Arbeitsbedingungen im Rathaus.

Längere Wartezeiten für Bürger befürchtet

Über 250 durchnummerierte Luftballons füllen das Foyer des großen Sitzungssaals im Reutlinger Rathaus. Jeder steht symbolisch für einen Arbeitsplatz, der in den nächsten vier Jahren wegfallen soll.

Die Aktion ist eine Warnung: Weniger Personal bedeute mehr Belastung für die übrigen Beschäftigten, längere Wartezeiten und einen schlechteren Service für die Bürger und Bürgerinnen. Der Personalrat unterstütze zwar grundsätzlich die weiteren Beschlüsse des Gemeinderats: "Die müssen nur eben auch von jemandem umgesetzt werden", erklärt Personalrat Joachim Edenhuizen gegenüber dem SWR.

Durchnummerierte rote Luftballons hängen verteilt im Foyer zum großen Sitzungssaal. Jeder steht für eine Stelle die mit dem neuen Haushalt wegfällt
Durchnummerierte rote Luftballons hängen verteilt im Foyer zum großen Sitzungssaal. Jeder steht für eine Stelle die mit dem neuen Haushalt wegfällt Enrico Ferrari

Mit großer Mehrheit wurde der Doppelhaushalt beschlossen. Sieben der acht Fraktionen stimmten geschlossen dafür. Nur die AfD lehnte den Haushalt mit vier Nein-Stimmen ab. Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) bezeichnete den Etat als "den schmerzhaftesten Sparhaushalt, den die Stadt je gesehen hat".

Wir tun dies nicht gerne. Aber es geht schlicht und ergreifend nicht anders.

Trotz Sparkurs plant Reutlingen weiterhin hohe Investitionen. Vor allem in die Schulen und die Infrastruktur möchte die Stadt investieren. Im Fokus stehen Sanierungen und Neubauten, die auch durch Mittel des Bundes unterstützt werden. Außerdem sollen Gelder in die Stadtwerke sowie in die Sanierung des Rathauses fließen. Zusätzlich sind Mittel für den Ausbau und die Modernisierung von Straßen, Gebäuden und weiterer städtischer Infrastruktur vorgesehen.

Weniger Einsparungen als zunächst geplant

Obwohl die finanzielle Situation angespannt ist, fallen die Einschnitte aber weniger hart aus als befürchtet. Das liegt vor allem daran, dass die Kreisumlage nicht so stark steigt wie erwartet. So sollen die Kita-Gebühren nun doch nicht erhöht werden. Auch die Zweigstellen der Stadtbibliotheken bleiben erhalten. Außerdem sollen weiterhin Nachtbusse in Reutlingen fahren.

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Enrico Ferrari
Enrico Ferrari ist Reporter für Hörfunk, Fernsehen und Online beim SWR im Studio Tübingen.

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