Einmal im Jahr öffnen sich Türen, die sonst verschlossen bleiben. Am Sonntag, 13. September 2026, steht der Tag des offenen Denkmals wieder an. Zwischen Tübingen, Reutlingen, Rottenburg am Neckar (Landkreis Tübingen), Metzingen (Landkreis Reutlingen) und Freudenstadt können Besucherinnen und Besucher historische Orte entdecken - oft kostenlos und ohne Anmeldung.
Im Mittelpunkt des bundesweiten Aktionstags steht diesmal das Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur". Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert das größte Kulturevent Deutschlands seit 1993, immer am zweiten Sonntag im September.
Kirchentellinsfurt: Wasserkraftwerk als Denkmal
Im Raum Tübingen beteiligen sich mehrere markante Orte. Das Deutsch-Französische Kulturinstitut öffnet seine Türen und in Kirchentellinsfurt (Landkreis Tübingen) gibt es Einblicke in ein Wasserkraftwerk, das die Verbindung von Denkmal und Energieversorgung sichtbar macht.
Rottenburg am Neckar: Stadtführende feiern Premiere
In Rottenburg (Kreis Tübingen) geben neu ausgebildete Stadtführerinnen und Stadtführer erstmals ihr Wissen weiter. Von 14 bis 16 Uhr stehen sie an mehreren Stationen in der Innenstadt: vor der Zehntscheuer, am Narrenbrunnen, am Marktbrunnen, vor dem Dom, vor dem Rathaus und auf der Josef-Eberle-Brücke. Museen, Kirchen und die Kalkweiler Kapelle sind zeitgleich geöffnet. Eintritt und Führungen sind frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Rund um Reutlingen: Industriegeschichte zum Anfassen und Handwerkswissen
In Reutlingen machen unter anderem das Technikum für Textilindustrie, die "Wernersche Mühle" mit Wasserkraftwerk und der Gläserne Neubau mit. In Pfullingen können die Pfullinger Hallen besichtigt werden, in in Lichtenstein-Honau (beide Landkreis Reutlingen) öffnet das Pumphäusle Honau seine Pforten.
Auch die Stadt Reutlingen richtet ein umfangreiches Programm aus. Unter dem Motto "Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?" geht es darum, welchen Wert Originalsubstanz, Handwerkswissen und Erinnerung haben. Schon ab 10 Uhr öffnen Ausstellungen und Orte: Das Atelier Victor in der Ulrichstraße zeigt Werke des Reutlinger Künstlers Arthur Fauser. Das Gartentor bietet stündliche Führungen, zum Teil mit Einlasskarten, teils mit freiem Zugang. Ein Überblicksrundgang entlang der Stadtmauer startet um 10.30 Uhr am Tübinger Tor.
Schmiedemuseum Königshammer: Dreizack für Neptunbrunnen in Freudenstadt
Das Schmiedemuseum Königshammer im Friedrichstal arbeitet gemeinsam mit der Stadt Freudenstadt. Unter dem Titel "Der Dreizack kehrt zurück" entsteht ein neues Metall-Symbol für den Neptunbrunnen auf dem Marktplatz. Der alte Dreizack war von Unbekannten beschädigt worden und musste abgebaut werden. Ab 11 Uhr können Besucherinnen und Besucher verfolgen, wie der neue Dreizack aus Stahl geschmiedet wird.
Metzingen: Historischer Weinkeller mit Sonderführungen
In Metzingen (Landkreis Reutlingen) steht ein seltener Keller im Mittelpunkt. Der gedeckte Keller gilt als letztes erhaltenes Bauwerk seiner Art im Regierungsbezirk Tübingen. Er wurde 1618 gebaut und zeigt die lange Weinbautradition der Stadt. Am Tag des offenen Denkmals bietet das Stadtarchiv kostenlose Sonderführungen um 14, 15 und 16 Uhr an. Treffpunkt ist der Rathauseingang in Metzingen.
Hechingen: Blick in die Alte Hofapotheke
In Hechingen (Zollernalbkreis) öffnet die Alte Hofapotheke am Marktplatz ihre Türen. Das Gebäude diente früher als Wohnhaus, Apotheke und Laboratorium. Die Stadt Hechingen kaufte das denkmalgeschützte Gebäude 2018 und ließ es sanieren. Seit November 2025 wird es als Verwaltungsgebäude genutzt, unter anderem ist dort das Bürgerbüro untergebracht. Am Tag des offenen Denkmals werden zwischen 13 und 16.30 Uhr Führungen angeboten - jeweils zur vollen und halben Stunde.