Ermittlungen gegen Kranführer

Tödlicher Gondel-Unfall in Horb: Gutachten schließt technische Ursache aus

Nach dem tödlichen Gondel-Absturz in Horb verdichten sich die Hinweise auf menschliches Versagen. Ein Gutachten hat keine technischen Mängel festgestellt.

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Von Autor/in Sabrina Kir

Nach dem tödlichen Absturz einer Transport-Gondel an der Hochbrücke Horb gehen die Ermittelnden inzwischen davon aus, dass kein technischer Defekt den Unfall ausgelöst hat. Laut Polizei deutet vieles auf menschliches Versagen hin.

Keine Hinweise auf Material- oder Technikfehler

Mehr als fünf Monate nach dem tödlichen Unfall auf der Baustelle der neuen Hochbrücke in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) melden die Polizei Freudenstadt und die Staatsanwaltschaft Rottweil neue Erkenntnisse.

Ein technisches Gutachten habe ergeben, dass an Kran, Seil und Transport-Gondel keine Defekte festgestellt worden seien. "Nach aktuellem Ermittlungsstand gehen wir davon aus, dass kein technischer Defekt vorlag", teilt Polizei-Pressesprecher Alexander Uhr des Präsidiums Freudenstadt dem SWR mit. Somit liege "mit großer Wahrscheinlichkeit ein menschliches Versagen vor", so Uhr weiter.

Kranführer als Beschuldigter: Ermittlungen laufen weiter

Gegen einen 36-jährigen Kranführer wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Er gilt derzeit als Beschuldigter, eine Anklage wurde bislang nicht erhoben. "Es steht der Verdacht der fahrlässigen Tötung im Raum, mehr aber auch nicht", betont Uhr. "Am Ende entscheidet ein Gericht. Der Mann ist nicht verurteilt."

Kerzen und Blumen wurden an einem Baum in der Nähe der Hochbrücke über das Neckartal bei Horb gestellt. Ende Mai kamen drei Bauarbeitern beim Absturz einer Arbeitsgondel ums Leben.
Ende Mai kamen drei Bauarbeitern beim Absturz einer Arbeitsgondel an der Horber Hochbrücke ums Leben. In der Nähe der Unfallstelle wurde eine Gedenkstätte eingerichtet.

Tragischer Unfall mit drei Todesopfern

Bei dem Arbeitsunfall im Mai war eine Transport-Gondel, die an einem Kran befestigt war, mit drei Bauarbeitern im Alter zwischen 40 und 46 Jahren in die Tiefe gestürzt. Alle drei Männer kamen ums Leben. Uhr sagte weiter, der Unfall sei für alle Beteiligten ein traumatisches Ereignis: "Niemand ist an dem Tag zur Arbeit gegangen mit dem Gedanken, dass drei Menschen sterben werden. Das war sicher keine Absicht. Für den Kranführer ist das ein Lebensschicksal, mit dem er nun leben muss."

Ursache noch nicht abschließend geklärt

Wie lange die Ermittlungen noch dauern, ist laut Polizei derzeit offen. "Wir sammeln und prüfen jetzt alle Beweise, belastend und entlastend", so Uhr. Auch der Beschuldigte habe das Recht, eigene Beweisanträge einzubringen. Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, wollen sich Staatsanwaltschaft und Polizei erneut äußern.

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