"Bundesweit einzigartiges" Forschungsprojekt

Grüner Wasserstoff statt Erdgas? Test-Anlage für Industrieunternehmen eröffnet

Löst Wasserstoff unsere Probleme bei der Energiewende? In Freudenstadt zeigen Forscher, wie das klimafreundliche Gas Industrie und Umwelt in Zukunft entlasten kann.
 

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Von Autor/in Florian Dürr

In Freudenstadt hat die Universität Stuttgart am Donnerstag die Wasserstoff-Forschungsplattform "Wave-H2" offiziell eingeweiht. Laut der Uni handelt es sich dabei um ein bundes- und europaweit einzigartiges Projekt. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) waren bei der Eröffnung vor Ort. Özdemir dankte der Bundesregierung für die Investition von 36 Millionen Euro in das Projekt.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bei der Eröffnung der Wasserstoff-Testanlage in Freudenstadt
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne; Dritter von links) bei der Eröffnung der Wasserstoff-Testanlage in Freudenstadt. Auch Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) war vor Ort. Max Kovalenko/Uni Stuttgart

"Wenn wir unsere Klimaziele erreichen und gleichzeitig unseren Wohlstand sichern wollen, brauchen wir Innovationen, die den Weg aus dem Labor in die Praxis finden. Wasserstoff ist dafür ein zentraler Baustein", sagte Özdemir. Die Test-Anlage in Freudenstadt befindet sich auf dem ehemaligen Gelände eines Energieversorgers, das in etwa so groß ist wie ein Fußballfeld. Dort steht zum Beispiel ein Recyclingofen, der Aluminium zum Schmelzen bringt.

Ein Recyclingofen auf dem Wasserstoff-Testgelände in Freudenstadt
Ein Recyclingofen, der Aluminium zum Schmelzen bringt, auf dem Testgelände in Freudenstadt. Florian Dürr

Klimaneutrales Gas statt klimaschädliches CO2

Für diesen Prozess braucht es viel Energie. Läuft der Ofen mit Erdgas, wird eine Menge klimaschädliches CO2 freigesetzt. Kommt jedoch grüner Wasserstoff zum Einsatz, senkt es den Ausstoß deutlich. Das klimaneutrale Gas wird nur wenige Meter vom Ofen entfernt ebenfalls auf dem Gelände produziert und in großen Tanks gespeichert.

Einer der Wasserstoff-Tanks auf dem Testgelände in Freudenstadt
Einer der Wasserstoff-Tanks auf dem Testgelände in Freudenstadt. Dort wird das klimaneutrale Gas gespeichert. Florian Dürr

Industrieunternehmen, die zum Beispiel mit solchen Öfen arbeiten, sollen auf dem Gelände in Freudenstadt testen können, ob und wie es sich für sie lohnt, ihren Betrieb auf klimafreundliche Energie umzustellen. Die Forscher der Uni Stuttgart wollen so den Einsatz fossiler Energieträger in der Industrie reduzieren.

Grüner Wasserstoff bald günstiger als Erdgas?

"Wir wollen in der Industrie klimaneutraler werden – und das wird nicht ohne Wasserstoff funktionieren", sagte Projektleiter Alexander Sauer. Aber noch ist grüner Wasserstoff zu teuer. Sauer gab sich jedoch optimistisch, dass grüner Wasserstoff perspektivisch günstiger wird als Erdgas. Laut ihm wird es zwar noch Jahre dauern bis Wasserstoff in der Breite genutzt wird.

Projektleiter Alexander Sauer von der Uni Stuttgart vor einer Maschine, die Wasserstoff produziert
Projektleiter Alexander Sauer von der Universität Stuttgart vor der Maschine, die mit Strom Wasser in seine Einzelteile zerlegt: Wasserstoff und Sauerstoff. Florian Dürr

Aber manche mittelständischen Betriebe würden schon jetzt mit dem klimaneutralen Gas arbeiten. Zum Beispiel, um es als Energiespeicher zu nutzen: So kann man den selbst erzeugten überschüssigen Strom zwischenspeichern und ihn dann verwenden, wenn die eigenen PV-Anlagen an sonnenarmen Tagen nicht genug Strom liefern.

Auf dem neuen Testgelände in Freudenstadt können jetzt weitere Unternehmen prüfen, ob grüner Wasserstoff auch für ihren Betrieb in Frage kommt.

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Autor/in
Florian Dürr
Der Mitarbeiter des SWR Studio Tübingen Florian Dürr

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