Drei Monate nach dem Unglück in Albstadt-Tailfingen (Zollernalbkreis) dauern die Ermittlungen noch an. Viele Menschen in der Stadt beschäftigt das Unglück, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, immer noch.
Feuerwehr rückt verstärkt wegen Gasgeruch aus
"U2 Gasgeruch": Das ist das Stichwort, das bei der Feuerwehr Albstadt seit Januar deutlich öfter fällt. Seitdem im Ortsteil Tailfingen ein Wohnhaus explodiert ist, müssen die Einsatzkräfte regelmäßig raus, weil jemand in der Stadt Gasgeruch wahrgenommen hat, oder davon ausgeht, dass er Gas riecht.
Rund 20 solcher Einsätze gab es in den vergangenen drei Monaten, sagt Stadtbrandmeister Thomas Daus. Vor dem Unglück seien es etwa fünf im Jahr gewesen.
Menschen sind sensibilisiert oder haben Angst
Die Menschen seien "besonders sensibilisiert und aufmerksam", stellt man bei der Feuerwehr fest. Manche seien verunsichert oder hätten Angst. "Verständlich", findet Stadtbrandmeister Daus. Nach dem tragischen Unglück in Tailfingen sei das Thema Gas eben im Fokus.
In den meisten Fällen des Gasalarms können die Einsatzkräfte jedoch schnell wieder abrücken. Bei Messungen stelle sich oft heraus: Es gibt kein Gas, das austritt, und auch die Anlage ist dicht.
Wir nehmen jeden Anruf ernst. Es ist unser Job.
Auch bei Gestank aus dem Abfluss wird Feuerwehr gerufen
Nicht nur vermeintlicher Gasgeruch, auch andere ungewöhnliche Gerüche in Gebäuden werden der Feuerwehr aktuell oft gemeldet. Das seien meist Kanalgase - konkret: Aus Bodenabläufen im Keller, selten genutzten Waschbecken oder Spülen müffelt es komisch. Laut Feuerwehr hilft es, ab und zu Wasser in diese Abläufe laufen zu lassen.
Mitunter sind die Fälle, in denen die Feuerwehr gerufen wird, auch fast schon kurios. "Einmal wurden wir wegen Gasgeruchs in eine Wohnung gerufen. Dort stand ein Motorroller im Wohnraum", erzählt Daus. Den Geruch von Gummi und Auspuff habe der Besitzer für Gasgeruch gehalten und den Notruf gewählt.
In einer aktuellen Information auf ihrer Homepage betont die Feuerwehr Albstadt auch, dass Bewohnerinnen und Bewohner, wenn sie unsicher seien oder einen starken Gasgeruch wahrnehmen, den Bereich verlassen und den Notruf wählen sollen.
Ermittlungen wohl bald abgeschlossen
Um die Unglücksstelle in Tailfingen sind noch immer Bauzäune aufgestellt. Wochenlang waren Kripobeamte, Sachverständige und andere Experten vor Ort beschäftigt. Laut Staatsanwaltschaft Hechingen dauern die Ermittlungen zur Ursache der Explosion noch an. Thomas Daus von der Feuerwehr geht davon aus, dass sie schon bald abgeschlossen sein werden. Und er betont: "Drei Monate oder auch ein halbes Jahr sind für solche Ermittlungen schnell."