Im zweiten Verfahren des Prozesses wegen erpresserischen Menschenraubs hat das Landgericht Hechingen am Donnerstag fünf Männer verurteilt. Sie haben unter anderem Geldstrafen, Arbeitsauflagen und eine Bewährungsstrafe bekommen. Die Männer gehören zu einer zwölfköpfigen Gruppe und waren im vergangenen Jahr daran beteiligt, einen damals 16-Jährigen mehrere Tage lang zu entführen. Die sieben Hauptangeklagten hatte das Gericht bereits in einem ersten Prozess im Februar verurteilt.
Urteil: Keiner der Angeklagten muss ins Gefängnis
Verhandelt wurde in den vergangenen Wochen gegen fünf Männer aus Bodelshausen und Mössingen (beide Kreis Tübingen). Der älteste von ihnen ist 44 Jahre, wie eine Sprecherin des Gerichts dem SWR gesagt hat. Die anderen sind zwischen 17 und 19 Jahre alt. Die vier jüngeren Männer wurden unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs und Freiheitsberaubung zu Geldstrafen von bis zu 1.100 Euro, Arbeitsauflagen von bis zu 80 Stunden und Erziehungsmaßnahmen verurteilt.
Der 44-Jährige, der in seiner Wohnung in Bodelshausen den Entführten festgehalten und bewacht hatte, ist wegen Freiheitsberaubung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung sowie 120 Arbeitsstunden verurteilt worden.
Zweite Runde im Hechinger Entführungsprozess
Die Verurteilten waren Teil einer Gruppe, die einen 16-Jährigen aus Rosenfeld (Zollernalbkreis) im Frühjahr 2025 über mehr als drei Tage entführt, bedroht und misshandelt hatten. Außerdem hielten sie auch einen 17-jährigen Bekannten des Opfers über mehrere Stunden fest, so das Gericht. Das Motiv dafür waren offenbar Drogenschulden.