Fünf Monate nach dem Angriff auf das israelische Rüstungsunternehmen Elbit in Ulm ist Anklage gegen fünf Beschuldigte erhoben worden. Das hat das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart am Donnerstag mitgeteilt.
Angriff auf Elbit: Angeklagte aus Irland, Großbritannien, Spanien und Deutschland
Die drei Frauen und zwei Männer stammen aus Irland, Großbritannien, Spanien und Deutschland. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder einer kriminellen Vereinigung zu sein und Kennzeichen der als Terrororganisation eingestuften Hamas verwendet zu haben. Sechs weitere Beteiligte sind bislang unbekannt. Sie alle sollen sich wenige Wochen zuvor der Organisation "Palestine Action Germany" angeschlossen haben.
Fünf Tatverdächtige in U-Haft Nach Attacke auf Rüstungsunternehmen Elbit in Ulm: Staatsschutzzentrum ermittelt
Drei Frauen und zwei Männer, die am Anschlag auf den Rüstungskonzern Elbit beteiligt gewesen sein sollen, sind in U-Haft. Der Vorwurf: Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung.
Außerdem wird ihnen gemeinschaftliche Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zur Last gelegt. Die Gruppe soll am 8. September gewaltsam in das Elbit-Gebäude im Ulmer Stadtteil Böfingen eingedrungen sein.
Zerstörungen im und am Gebäude
In den Büros haben sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit mitgebrachten Werkzeugen Bildschirme, Computer und Telefone zerstört sowie auf ein Waschbecken und Toiletten eingeschlagen. In einem technischen Labor von Elbit zerstörten sie sensible Messeinrichtungen sowie elektronische Geräte.
Die Polizei nahm fünf mutmaßliche Täter noch in den Räumlichkeiten fest. Ein anderer, noch unbekannter Teil der Gruppe beschädigte Glasflächen am Gebäude sowie die Fassade im Eingangsbereich mit verschiedenen Werkzeugen und roter Farbe.
Gruppe soll vor dem Anschlag aus Berlin angereist sein
Dabei entstand laut Polizei insgesamt ein Schaden von rund einer Million Euro. Die Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.
Zwei Tage zuvor war die Gruppe laut Anklage aus Berlin angereist und hatte sich in der Nähe von Ulm eine Ferienwohnung gemietet. Vor der Tat sollen die Mitglieder Bekennervideos für die sozialen Medien gedreht haben.
Elbit schon häufiger Ziel von Demonstrationen und Straftaten
Das israelische Rüstungsunternehmen Elbit war in der Vergangenheit schon häufiger Ziel von Demonstrationen und Straftaten. Im April vergangenen Jahres hatten Aktivisten ein Protestcamp an einem der Ulmer Produktionsstandorte errichtet. Ende Juli hängten Unbekannte am Ulmer Münster jeweils 30 Meter lange Transparente gegen das Unternehmen auf.
Anfang August protestierten rund 30 Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Firmengelände von Elbit Systems. Sie forderten eine Schließung aller Standorte des israelischen Waffenherstellers in Deutschland.