Der erste Lückenschluss der Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm kam dann doch ganz plötzlich. Immer wieder war der Termin für die Brückenhochzeit verschoben worden. Es hatte Probleme mit der Anlieferung der Brückenteile gegeben.
Plötzlich verheiratet: Neue Gänstorbrücke erstmals verbunden
Zuerst gab es eine fehlende Transportgenehmigung für den Pfingstverkehr, dann Probleme bei der Durchfahrt einer Baustelle bei Görlitz. Doch damit nicht genug: Der Schwertransport aus dem polnischen Krakau erlitt auf dem Weg Richtung Ulm eine Reifenpanne und einen Hydraulikschaden, bestätigte Brücken-Projektleiter Timo Roth dem SWR.
Noch am Mittwochnachmittag galt es als ausgeschlossen, dass die Brückenteile aus dem polnischen Krakau rechtzeitig zum Einsetzen an der Ulmer Gänstorbrücke ankommen. Auf den letzten Metern gab es dann auch noch Probleme mit zwei zu engen Kreisverkehren in Burlafingen. Die bayerische Polizei eskortierte die Brückenelemente die letzten Kilometer, denn die Transportgenehmigung für die Nacht war eigentlich schon ausgelaufen.
Am Ende schafften es die Stahlteile dann doch zur Baustelle und konnten um 3 Uhr am frühen Donnerstagmorgen eingesetzt werden. Tagsüber wäre das nicht mehr möglich gewesen: Die Stahlteile haben auf jeder Seite nur rund einen Zentimeter Spielraum und bei den aktuellen Temperaturen dehnen sie sich tagsüber zu sehr aus, berichtet Roth.
Weitere nächtliche Sperrungen aufgehoben
Zwei weitere Teile sollen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eingesetzt werden. Allerdings sind alle Sperrungen, die ursprünglich geplant waren, dafür aufgehoben. Es sei möglich, die Brückenelemente von der Wasserseite einzuheben, so dass die Straße dafür nicht gesperrt werden muss, so Timo Roth weiter.
Anfang September soll erstmals der Verkehr über die neue Gänstorbrücke fließen, zehntausende Autos pro Tag. Dann folgt die zweite Bauhälfte: Abriss und Neubau der östlichen Brückenseite. Ende 2027 soll das Großprojekt mit Gesamtkosten von 53 Millionen Euro dann ganz abgeschlossen sein.