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Grippewelle: Darum bleibt die Maske so oft in der Schublade

Die Grippewelle schwappt seit Wochen über die Region. Nur vereinzelt sieht man Menschen, die eine Maske tragen, um sich vor einer Infektion zu schützen. Aber warum ist das so?

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Von Autor/in Markus Bayha

Wer mit dem Bus oder der Bahn fährt, weiß: Viele Menschen haben momentan Husten und Schnupfen. Die alljährliche Grippewelle ist da. Trotzdem sieht man nur vereinzelt Menschen, die sich und andere mit einer Maske vor grippalen Infekten und Influenza schützen. Dabei würde das die Infektionszahlen deutlich niedriger halten.

Grippewelle wäre deutlich schwächer durch Masken

Dieser Meinung ist jedenfalls auch Norbert Fischer, der Vorsitzende der Kreisärzteschaft in Ulm. Er wundert sich, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung, eine Maske zu tragen, so gering ist und viele "aus der Coronapandemie nichts gelernt" hätten. Er ist sich sicher: Das Tragen einer Maske würde die Wahrscheinlichkeit einer Grippeinfektion deutlich verringern.

Deshalb würden viele Ärzte in Ulm auch darum bitten, ihre Praxis nur mit einer Maske zu betreten. Vor allem dann, wenn Patientinnen und Patienten mit Erkältungssymptomen kommen. Das sei aber nur eine Empfehlung und oft keine Pflicht. Eine konkrete Empfehlung der Gesundheitsbehörden für Masken gibt es seit Corona nicht mehr.

Die Grippewelle hat die Region erfasst.
Die Grippewelle hat die Region erfasst.

Trotz Grippewelle: viele Menschen in Ulm tragen keine Maske

Das merkt man auch in der Öffentlichkeit. Zwar sieht man in der Ulmer Fußgängerzone vereinzelt Menschen, die eine Maske tragen. Es sind aber deutlich weniger als noch während der Coronapandemie. "Ich finde es mittlerweile ein bisschen ungewohnt Maske zu tragen. Fast niemand trägt mehr eine", erzählt eine Passantin.

Ein anderer Passant meint: Er habe keine Angst vor Grippe und wenn es ihn erwischen würde, dann ruhe er sich eben aus. Einige in der Fußgängerzone tragen aber durchaus noch Masken. "Ich fühle mich halt sicher. Gerade jetzt im Winter, um mich und andere zu schützen", meint ein junger Mann. "Ich habe auf jeden Fall noch Masken zu Hause. Wenn ich jetzt krank wäre und in die Öffentlichkeit muss, dann würde ich eine benutzen", sagt ein anderer Mann.

Gesundheitsämter: Maske tragen hilft gegen die Grippewelle

Im Alb-Donau-Kreis wurden dem Gesundheitsamt seit Jahresbeginn 294 Influenza-Fälle gemeldet. In Ulm waren es 287 und im Landkreis Heidenheim 329. In den Kliniken Ostalb werden aktuell 23 Menschen wegen einer Influenza-Erkrankung behandelt.

Auch das Landratsamt des Ostalbkreises teilt mit, dass durch das Tragen einer Maske das Ansteckungsrisiko reduziert werden könne. Aber eine Empfehlung für das Tragen von Masken gebe es von offizieller Seite keine - lediglich für die Grippeimpfung.

Auch das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises schreibt: Eine Impfung sei der wirksamste Schutz vor einer Influenza-Infektion. Besonders Menschen, die Vorerkrankungen haben, sollten sich dadurch schützen. Generell könne das Tragen von FFP2-Masken das Infektionsrisiko deutlich senken.

Impfung schützt hauptsächlich vor einem schweren Krankheitsverlauf

Norbert Fischer spricht sich nicht nur für das Tragen einer Maske, sondern auch für eine Impfung aus. Und fügt hinzu: Sie verhindere nicht jeden grippalen Effekt, aber schwerere Erkrankungen. Schnupfen und Husten kann man auch mit einer Impfung noch bekommen. Um sich und andere zu schützen, hilft dann das Tragen einer Maske.

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Markus Bayha
SWR Aktuell Autor Markus Bayha