Die Polizei geht nach dem Großbrand in einem Recyclingbetrieb in Sontheim an der Brenz (Mitte Oktober) davon aus, dass falsch entsorgte Akkus oder Batterien das Feuer entfacht haben. Die Kriminalpolizei Heidenheim ermittelt jetzt gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung.
Großbrand in Sontheim: Falsch entsorgte Akkus oder Batterien waren schuld
Der Brand war in einer Sortieranlage für gelbe Säcke ausgebrochen. Man habe Verpackungen für Batterien und Akkus gefunden, so ein Sprecher der Polizei. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass diese sich entzündet und so den Brand verursacht haben.
Sollten die Ermittler die Personen identifizieren, die ihre Akkus falsch entsorgt haben, drohen ihnen im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Der Schaden auf dem Recyclingbetrieb fällt mit mehr als zwei Millionen Euro doppelt so hoch aus wie bisher angenommen.
Aufräumarbeiten beginnen erst jetzt
Für den Geschäftsführer des Entsorgungsbetriebes, Martin Siekiera, fangen erst heute die Aufräumarbeiten so richtig an. Das Unternehmen musste erst auf die Freigabe der Kriminalpolizei warten. Ohne den Brand hätte die Anlage "noch einige Jahre weiter sortieren können", meint er. Jetzt muss die Halle komplett abgerissen werden.
Batterien und vor allem Lithium-Ionen-Akkus seien in den letzten Jahren ein immer größeres Problem für Recyclingfirmen geworden, weil einfach immer mehr im Umlauf sind. "Wir haben mehrere Brände pro Jahr. Diese sind aber meistens klein und können durch die Mitarbeiter gelöscht werden", erklärt Martin Siekiera zwischen den Trümmern der ausgebrannten Halle.
Die Betroffenheit bei ihm und seinen Mitarbeitern ist nach dem Brand groß. Die Zuversicht will er sich davon aber nicht nehmen lassen. So schnell wie möglich soll die neue Halle stehen und die Arbeit wieder wie gewohnt weitergehen.
Brände durch Akkus und Batterien wohl keine Seltenheit
Auch Anja Siegesmund vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) bestätigt, Brände durch falsch entsorgte Batterien und Akkus sind keine Seltenheit. Der Verband schätzt, dass es bundesweit täglich rund 30 Brände auf Recyclinghöfen gibt, Tendenz steigend.
Daran Schuld seien oft auch sogenannte E-Zigaretten und E-Shishas. Diese werden fälschlicherweise einfach im Restmüll oder im gelben Sack entsorgt, so Siegesmund weiter. Aber auch schon eine singende Grußkarte mit einer kleinen Batterie-Knopfzelle könne einen Brand wie in Sontheim auslösen.
Akkus und Batterien einfach im Hausmüll zu entsorgen ist nicht erlaubt. Sie müssen in der Regel auf einem Recyclinghof abgegeben werden. Oft kann man sie auch dort zurückgeben, wo man sie gekauft hat. Zum Beispiel in einem Elektromarkt oder im Supermarkt.