In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen wieder auf über 30 Grad Celsius steigen. Für den Körper kann das eine echte Herausforderung sein. Professor Claus-Martin Muth, Sektionsleiter der Notfallmedizin am Universitätsklinikum in Ulm, erklärt, welche Auswirkungen die Hitze auf unseren Körper hat und wie wir uns schützen können.
- Was bei einem Hitzschlag im Körper passiert
- Sonnenstich oder Hitzschlag? Das ist der Unterschied
- Problem Hitzewelle: Darum sind ältere Menschen in Städten stärker betroffen
- Hitze in Innenräumen: Experte hält Klimaanlagen für notwendig
- Diese Hausmittel helfen, um Hitzschlag und Sonnenstich vorzubeugen
Was bei einem Hitzschlag im Körper passiert
Bei einem Hitzschlag steigt die Körperkerntemperatur auf über 42 Grad an. Erst dann wird von einem "echten Hitzschlag" gesprochen, so Claus-Martin Muth. Ab dieser Temperatur gerät die Biochemie des Körpers außer Kontrolle. Im weiteren Verlauf erleiden Leber, Nieren und das Gehirn Schäden, was zu einem akut lebensbedrohlichen Multiorganversagen führen kann.
Als Körperkerntemperatur wird die Temperatur im Körperinneren bezeichnet. Bei hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung schafft es der Körper irgendwann nicht mehr, seine Temperatur zu regulieren. Die Normaltemperatur liegt zwischen 36 und 39 Grad. Schon bevor eine erhöhte Körpertemperatur festzustellen ist, zeigen Patienten ein auffälliges Verhalten: Sie sind zunehmend verwirrt, desorientiert und kraftlos.
Sonnenstich oder Hitzschlag? Das ist der Unterschied
Bei einem Sonnenstich ist nur der Kopf betroffen. Die Körpertemperatur kann daher unauffällig sein. Personen, die an einem Sonnenstich leiden, haben einen hochroten Kopf und klagen über massive Kopfschmerzen. Im Extremfall können Menschen einen Hitzschlag und einen Sonnenstich gleichzeitig erleiden.
Problem Hitzewelle: Darum sind ältere Menschen in Städten stärker betroffen
Beim "epidemischen Hitzschlag" steigt die Körpertemperatur der betroffenen Personen über mehrere Tage an. Gerade bei anhaltenden Hitzeperioden besteht die Gefahr zu überhitzen, da auch nachts die Temperaturen hoch bleiben, so Muth. Betroffen seien vor allem ältere alleinstehende Menschen, die in der Stadt leben. Dicht bebaute Städte speichern Hitze länger und es kühlt weniger ab als in ländlichen, grünen Gebieten.
Muth rät vor allem dazu, sich um seine (älteren) Mitmenschen zu kümmern. "Es würde schon helfen zu fragen, wie es geht oder ob der Nachbar genug getrunken hat." Durch das vermehrte Schwitzen verlieren wir viel Flüssigkeit, weshalb es essenziell ist, genug zu trinken. Das gilt gerade für ältere Menschen, da diese ohnehin schon ein reduziertes Durstgefühl haben.
Hitze in Innenräumen: Experte hält Klimaanlagen für notwendig
Das Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden, besteht auch in Innenräumen, in denen sich die Hitze staut. Laut Claus-Martin Muth ist bei unseren klimatischen Bedingungen in Zukunft das Einzige, was prophylaktisch etwas nützt, die Nutzung von Klimaanlagen. Für Claus-Martin Muth ist der schlechte Ruf der Klimaanlagen nicht nachvollziehbar: "Wann ist es heiß? Wenn die Sonne scheint. Wann produzieren wir Strom? Wenn die Sonne scheint."
In Deutschland sind Klimaanlagen bis heute mit einem schlechten Ruf versehen.
Diese Hausmittel helfen, um Hitzschlag und Sonnenstich vorzubeugen
Um sich abzukühlen, wirken auch alte Hausmittel wie ein kalter Wadenwickel oder kalte Tücher auf der Haut. Auch Wassermelone ist ein gutes Nahrungsmittel bei der Hitze: Sie enthält viel Flüssigkeit, Glukose und Elektrolyte.
Vor einem Sonnenstich schützt eine Kopfbedeckung und das Meiden praller Sonneneinstrahlung.
Was sehr gut schützt, sind echte Strohhüte.