Das Ulmer Münster wird regelmäßig auf Bauschäden kontrolliert. Momentan überprüfen Industriekletterer die Außenfassade des fast 650 Jahre alten Kirchengebäudes.
Bröckelnde Teile der Außenfassade sind Gefahr für Menschen auf dem Münsterplatz
Der Ablauf für die Industriekletterer: Treppe im Münsterturm hochlaufen, abseilen, hochlaufen, abseilen - vier bis sechs Mal pro Arbeitstag. Die Aufgabe: Die Spezialisten wollen vor allem lose Teile am Gemäuer entdecken. Denn wenn diese aus mehr als 100 Metern Höhe nach unten stürzen würden, könnten sie zur Gefahr für Menschen auf dem Münsterplatz werden.
Was mich auch fasziniert: Das komplette Handwerk, die Vorgänger, die Steinmetze, die das hier errichtet haben, dass die Wahnsinnsarbeit hier vollbracht haben. Davor hat man einfach jedesmal wieder Respekt.
Außen am Münsterturm hängen in etwa 140 Meter Höhe mehrere Kletterseile herab. Menschen mit Helmen und Schutzgurten inspizieren Meter für Meter das jahrhundertealte Gestein. Insgesamt fünf Industriekletterer haben am Montag und Dienstag die Außenfassade Stück für Stück unter die Lupe genommen.
Dem Augenschein nach gibt es momentan keine größeren Schäden am Gemäuer, erklärt Industriekletterer Armin Ilgenfritz am Dienstagnachmittag. Trotzdem steht die Kontrolle einmal jährlich an. Ilgenfritz ist von seinem Arbeitsplatz fasziniert: "Wir sehen unter uns ganz Ulm".
Blitzschutzfirma und Industriekletterer gemeinsam im Einsatz
Auch der Blitzschutz wird kontrolliert, in Zusammenarbeit mit einer Blitzschutzfirma. Ins Ulmer Münster mit dem welthöchsten Kirchturm schlagen immer wieder mal Blitze ein. Spektakulär zeigte ein Video von einem Gewitter, das am 31. Mai dieses Jahres im Raum Ulm niederging, mit welcher Wucht ein Blitz das Ulmer Münster getroffen hat.
Laut Münsterbaumeisterin "mit blauem Auge davongekommen" Nach Blitzeinschlag: Riesige Magnetfelder ließen Technik im Ulmer Münster runterfahren
Das Ulmer Münster ist beim Unwetter am Samstagabend von einem Blitz getroffen worden. Ein Feuer brach zwar nicht aus. Dennoch sind die Schäden des Blitzeinschlags erheblich.
Der Blitzschlag hatte vor allem die Elektrik erwischt. Nach dem Blitz hatten sich riesige Magnetfelder gebildet. Der äußere Blitzschutz am Münster hat aber nach Auskunft der Münsterbaumeisterin Heidi Vormann funktioniert. Vormann sagte danach dem SWR: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen".
Ende vorigen Jahres war das Ulmer Münster ebenfalls unter die Lupe genommen worden. Die SWR Landesschau brachte dazu am 10. Oktober 2024 einen Film: