Der Unfall geschah am Donnerstagabend gegen 18:30 Uhr auf der Kreisstraße zwischen Illertissen und Unterroth (Kreis Neu-Ulm). Eine 15-Jährige war mit einer ebenfalls 15-jährigen Beifahrerin mit einem sogenannten Microcar unterwegs, einem Auto mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde.
Ein 20-jähriger Autofahrer erkannte das langsame Kleinfahrzeug laut Mitteilung der Polizei offenbar zu spät und fuhr auf. Das Microcar wurde durch den Aufprall auf einen Acker geschleudert. Die Beifahrerin konnte den Wagen nahezu unverletzt verlassen.
Schwerverletzte 15-Jährige musste aus dem Wagen befreit werden
Die junge Fahrerin wurde bei dem Unfall so schwer verletzt, dass sie aus dem Wagen befreit werden musste. Beamte einer Polizeistreife, die zufällig vorbei kam, leisteten Erste Hilfe, bis Feuerwehr und Rettungsdienst eintrafen. Die Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. Ihre Beifahrerin und der 20-jährige Unfallverursacher brauchten keine weitere medizinische Versorgung.
Die Straße zwischen dem Autobahnanschluss Illertissen und Unterroth war wegen des Unfalls mehrere Stunden gesperrt. Ein Gutachter soll den genauen Unfallhergang klären. Da der 20-Jährige leicht alkoholisiert war, wurde bei ihm eine Blutentnahme angeordnet.
Wie sicher sind Microcars eigentlich?
Der ADAC sieht bei den kleinen Autos gewisse Risiken. Jugendliche, die das "Mopedauto" mit einem Mopedführerschein und damit schon ab 15 Jahren fahren dürfen, seien damit zwar immer noch sicherer unterwegs als auf einem Zweirad, meint ADAC-Sprecherin Katharina Lucà. Trotzdem: Tests und Unfallstatistiken sprächen eine eindeutige Sprache.
"Das Problem ist, dass es für andere Autofahrer so erscheint, als wäre es ein richtiges, schneller fahrendes Auto", sagt die ADAC-Sprecherin. Die Gefahr von Auffahrunfällen sei deshalb größer. Mit maximal 45 Kilometern pro Stunde stellen die Microcars teils ein Verkehrshindernis dar. Deshalb rät der ADAC dringend dazu, Microcars ausschließlich im Stadtverkehr nutzen und nur tagsüber zu fahren.
Gefährlich ist es deshalb, weil Microcars als schnellere Autos wahrgenommen werden.
Viele Microcars hätten nicht einmal Airbags, allenfalls als Zusatzausstattung. Die "Mopedautos" ohne Knautschzone müssen im Gegensatz zu Autos außerdem nicht zur Hauptuntersuchung und nicht einmal zugelassen werden. Alleine diese fehlende Überwachung stellt laut ADAC ein Sicherheitsrisiko dar.
ADAC fordert Sicherheitsstandars für Microcars
Der Automobilclub sieht deshalb den Gesetzgeber in der Pflicht: So sollten die Hersteller zum Einbau von Sicherheitstechnik bewegt werden. Mit stattlichen Kaufpreisen zwischen 8.000 und 10.000 Euro für die rund 470 Kilogramm "schweren Leichtautos" muss das drin sein, so die Sprecherin.