Alexandra Kolb aus Nattheim im Kreis Heidenheim hat schwierige Patienten zuhause. Ihre drei Vierbeiner leben in einer Art Zweck-WG. Bonnie, Clyde und Kimba kamen alle als Tierheimkatzen zu ihr. Das führte zu blutigen Kämpfen und Urinflecken in der Wohnung. Deshalb entschied sich Alexandra Kolb dazu, Katzen-Psychologin zu werden.
Katzen-Duo Bonnie und Clyde aus dem Tierheim
Vor über zehn Jahren ging Alexandra Kolb ins Tierheim mit den Worten: "Geben Sie mir eine Katze, die sonst niemand haben will." Sie bekam gleich zwei und musste ein Versprechen ablegen, dass sie die Geschwister nicht wieder zurück bringen würde. So kamen die schwarze Katze Bonnie und ihr blonder Katerbruder Clyde ins Haus.
Am Anfang waren die beiden Stubentiger noch ein Herz und eine Seele. Bonnie war schüchtern und zurückgezogen, Clyde war zutraulicher und ließ sich auch von Alexandra Kolb und ihrem Mann streicheln. "Die Bonnie ist unter der Treppe eingezogen und kam da am Anfang nicht mehr raus. Und Clyde hat sich ganz liebevoll um seine kleine Katzenschwester gekümmert", so Alexandra Kolb.
Doch Bonnie fing an, sich immer mehr von ihrem Bruder abzuwenden. "Und dann hat er angefangen, mit Urin zu markieren. In der ganzen Wohnung." Für Alexandra Kolb war das kaum auszuhalten. Ihr Gedanke: "Der braucht unbedingt wieder einen Kumpel, damit er nicht so alleine ist, weil die Bonnie ihn verstoßen hat."
Also holte sie den gestreiften Kater Kimba aus dem Tierheim dazu. "Im Nachinein war das natürlich nicht die beste Idee", erinnert sich Alexandra Kolb. Jetzt waren es drei Katzen, die sich teils gegenseitig in die Haare kriegten.
Blutige Kämpfe nach Einzug von Kater Kimba in die Katzen-WG
Immer wieder gab es heftige Kämpfe mit blutigen Kratzspuren und auch das Urinieren von Kater Clyde hörte nicht auf. Gerade zu Beginn ging Kimba immer wieder auf die Katze Bonnie los. Katzen-Psychologin Alexandra Kolb geht davon aus, dass er als Freigänger von anderen Katzen angegriffen wurde und seinen Frust an der kleineren Bonnie ausgelassen hat.
Dann hat er angefangen, zu markieren mit Urin. In der ganzen Wohnung.
So konnte es nicht bleiben, da war sich das Ehepaar Kolb einig. Also holten sie eine Katzenpsychologin aus München zur Hilfe. Ihre Tipps schienen zu helfen und Alexandra Kolbs Interesse wurde immer größer. So entschied sich die Katzenmama dafür, ein dreijähriges Fernstudium an der Akademie für angewandte Tierpsychologie und Tierverhaltenstraining in München zu beginnen.
Katzenmama macht Fernstudium zur Tier-Psychologin
"Ich habe eine Abschlussprüfung in der Tierpsychologie gemacht und ich habe eine Abschlussprüfung in der Verhaltensberatung Katze." Auf dem Sofa liegen Katzen zwar gerne, doch eine Therapiestunde, bei der Alexandra Kolb mit tiefsitzender Brille und Schreibblock daneben sitzt, gibt es nicht. Stattdessen weiß sie jetzt, mit Training auf die Bedürfnisse der Tiere einzugehen.
Im Nachhinein sage ich, ich würd’s immer wieder tun.
Clyde braucht Denkaufgaben und Beschäftigung, er kann sogar ein paar Tricks wie Pfote geben oder Männchen machen. Kimba braucht viel Auslauf an der frischen Luft. Wenn der Kater auf die kleinere Bonnie losgeht, wird er gerufen und mit Essen abgelenkt. Bonnie will vor allem eines: Ihre Ruhe. Dafür hat sie Rückzugsmöglichkeiten an erhöhten Plätzen im Haus bekommen.
Katzen-Psychologin bietet Dienste auch anderen an
Mittlerweile sind es allein im Wohnzimmer drei Kratzbäume. Fürs Anbringen war Ehemann Gerhard Kolb zuständig. Auch ihm sind die Katzen ans Herz gewachsen, obwohl er mit dem ungleichen Trio einiges mitmachen musste. "Man gewöhnt sich dann schon dran, dass man eben nicht so sein Domizil hat, sondern quasi eine Seite für die Katze, der Rest für uns."
Man gewöhnt sich dann schon dran, dass man eben nicht so sein Domizil hat, sondern quasi eine Seite für die Katze, der Rest für uns.
Noch immer ist im Hause Kolb hin und wieder ein Fauchen zu hören, doch inzwischen kommen die drei Katzen zumindest miteinander aus. Alexandra Kolb bietet ihre Dienste als Katzen-Psychologin mittlerweile auch anderen an. Sie hat ihr Versprechen, das sie damals dem Tierheim gegeben hatte, gehalten. "Im Nachhinein sage ich, ich würd’s immer wieder tun."