Halle mit 30.000 historischen Kostümen

Brand im Theaterlager in Ulm zerstört "Schätze aus dem Kostümfundus"

Die größte Sorge gilt dem Fundus: In der abgebrannten Lagerhalle des Theaters Ulm waren aufwendig gestaltete Kostüme. Doch der Spielbetrieb ist nicht gefährdet, sagt der Intendant.

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Von Autor/in Rainer Schlenz

Frühmorgens ging die Nachricht beim Intendanten des Theaters Ulm, Kay Metzger, ein: Die Lagerhalle mit vielen Kostümen, Requisiten und zwei Probenräumen sei abgebrannt. Der Schaden ist noch nicht zu beziffern, auch der ideelle Schaden nicht. Aber eine gute Nachricht gibt es: Es kann weiter gespielt werden.

Es wirkt makaber: Das letzte Stück, das in der Halle am Dienstagabend geprobt wurde, ist ausgerechnet das Drama "Das letzte Feuer" von Dea Loher. Diesen Probenraum wird die Theatertruppe vorerst nicht nutzen können.

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Das ist alles lösbar!

30.000 historische Kostüme lagerten in der Halle: Uniformen, Unterröcke, der Damenfundus aus dem Ballett. "Und das Fatale, das Schreckliche ist, dass es die Schätze aus dem Kostümfundus sind", sagt die Verwaltungsdirektorin Angela Weißhardt. Dinge, die man mit großer Mühe produziert hat, sind unwiederbringlich dahin.

Die Brandursache und der Sachschaden sind noch nicht bekannt. Gutachter der Polizei ermitteln noch in den Lagerräumen.
Die Brandursache und der Sachschaden sind noch nicht bekannt. Gutachter der Polizei ermitteln noch in den Lagerräumen.

Die abgebrannte Halle, ehemals ein Lager der Post, darf im Moment nicht betreten werden. Nur ein paar Gutachter der Polizei und Feuerwehrleute konnten schon hinein. Auch ein Statiker muss sich die Halle anschauen, um zu überprüfen, ob sie einsturzgefährdet ist.

Ob die Räume überhaupt wieder ertüchtigt werden können, mit einem vertretbaren Aufwand, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Die Brandursache und der Sachschaden sind noch nicht bekannt. Aber klar ist, dass der Brand Auswirkungen auf den Theaterbetrieb hat.

Denn der Kostümfundus ist mehr als ein Archiv. Die Kostüme werden nicht nur einmal genutzt, sondern immer wieder in neue Produktionen eingebaut. Manchmal werden sie dafür auch nur überarbeitet. Stehen diese Kostüme nicht mehr zur Verfügung, kann es bei manchen Produktionen eng werden. Etwa bei Choraufführungen, für die es eine einheitliche Ausstattung geben muss, so Angela Weißhardt.

So sah der Brand in den frühen Morgenstunden aus: Dichter Rauch quoll aus dem Lager des Theaters.
So sah der Brand in den frühen Morgenstunden aus: Dichter Rauch quoll aus dem Lager des Theaters.

Brand in Lagerhalle: Auch Probenräume zerstört

Noch ein Problem ist durch den Brand entstanden: In der Halle befanden sich nicht nur das Möbellager, Kronleuchter und Scheinwerfer, Unterkonstruktionen, Requisiten und Kostüme, sondern auch zwei Probenräume. Diese werden auf absehbare Zeit nicht nutzbar sein.

"Ob die Räume überhaupt wieder ertüchtigt werden können, mit einem vertretbaren Aufwand, wird sich in den nächsten Wochen zeigen", so Weißhardt.

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In all dem Durcheinander haben sich Intendant und Verwaltungsdirektorin ihre Zuversicht erhalten. "Der Spielbetrieb bis zur Sommerpause ist abgesichert", meint Kay Metzger. Das meiste spiele sich eh im Haupthaus am Theaterplatz ab. "Und dann haben wir noch die Wilhelmsburg mit Saturday Night Fever. Das ist also auch völlig unbetroffen davon."

Auch nach der Sommerpause werde der Betrieb weitergehen, so Metzger - trotz diverser Turbulenzen. Mit Einschnitten rechnet der Intendant eher in den internen Abläufen. Aber er brennt weiter für sein Haus: "Das oberste Ziel ist, der Vorhang soll aufgehen!"

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