Schreck zur Abendstunde: In Sichtweite des Hafens von Hitzacker in Niedersachsen schiebt sich am Sonntag die Schachtel der Ulmer Donaufreunde auf eine Sandbank in der Elbe auf. 32 Reisende an Bord stecken erst einmal fest. Zuerst berichtete die "Südwest Presse".
Die Schachtel hat nur 50 Zentimeter Tiefgang, sagt der Vereinsvorsitzende der Donaufreunde Andreas Huber. Die Tiefe der Elbe beträgt zu dem Zeitpunkt an der Stelle aber nur 30 Zentimeter - schuld sei wohl der ausbleibende Regen, so Huber.
Unsere Schiffsführer waren in dem Moment, sagen wir mal, sehr unaufgeräumt, sehr hektisch.
Besatzung versucht erst, die Schachtel selbst zu befreien
Die Motoren haben auf einen Schlag aufgehört, weil den Jetantrieben das Wasser fehlte, erzählt Huber. "Unsere Schiffsführer waren in dem Moment, sagen wir mal, sehr unaufgeräumt, sehr hektisch." Weil es aber noch hell ist, springen etwa zehn Leute ins knietiefe Wasser und versuchen, die Schachtel selbst zu befreien.
Feuerwehr rückt an und befreit 26 Tonnen schweres Schiff
Doch 26 Tonnen lassen sich nicht so leicht bewegen. Als es dunkel und spürbar kälter wird, rückt doch die Feuerwehr mit 70 Einsatzkräften an - zu einem Großeinsatz. Die Elbe wird ausgeleuchtet, ein Feuerwehrboot setzt auf dem Weg zur Schachtel selbst auf, doch dann läuft die Rettungsaktion an. Die Reisenden werden evakuiert und am Ufer versorgt. In der Nacht schleppt die Feuerwehr das Boot frei und vollends bis Hitzacker.
Eigentlich sollte die Reise der Donaufreunde in diesem Jahr auf der Donau ans Schwarze Meer gehen. Doch wegen politischer Unsicherheiten wurde die Fahrt umgeplant und in den Norden Deutschlands verlegt. Die Havarie passierte kurz vor Ende der dreiwöchigen Tour.
Niemand wird diese Reise vergessen.
Havarie der Schachtel: Situation zu keinem Zeitpunkt gefährlich
Gefährlich war die Situation zu keinem Zeitpunkt, sagt Andreas Huber. Einsatzende war am Sonntag kurz vor Hitzacker dann irgendwann um Mitternacht. Die Evakuierten bekamen im Hotel noch eine Suppe und fielen dann ins Bett.
Unerschütterlich zeigten sich die Donaufreunde dann doch: Am Montag wurde der letzte Teil der Fahrt auf der Elbe absolviert, bis Lüneburg. Dann ging es, für die 32 Reisenden wie auch für die Schachtel, zurück nach Ulm. Diese Reise, ist sich Andreas Huber sicher, wird niemand vergessen.