Null bis 14 Betriebstage

Bilanz der Skilifte: Zwischen Zufriedenheit und Frust

Die Skisaison auf der Schwäbischen Alb ist schlecht gelaufen. Doch während die Betreiber in Westerheim dennoch recht zufrieden sind, wird in Laichingen übers Aufhören nachgedacht.

Teilen

Stand

Von Autor/in Catharina Straß

Die Skilifte in Westerheim und Laichingen (Alb-Donau-Kreis) sind im vergangenen Winter nur an einzelnen Tagen in Betrieb gewesen. Für die Piste in Laichingen könnte es sogar der letzte Winter mit Liftbetrieb gewesen sein.

Skilift Laichingen: Ein Minusgeschäft

Die Unzufriedenheit ist Kurt Pöhler deutlich anzumerken. Der Laichinger betreibt den Skilift im Ort. Ob er das auch im nächsten Jahr noch macht, will er in den kommenden Wochen entscheiden. Denn das Geschäft ist laut Pöhler in den beiden vergangenen Jahren mehr als bescheiden gewesen.

Vom Minusgeschäft kann kein Unternehmen leben.

Das Hauptproblem: Zu wenig Schnee. Höchstens zehn Zentimeter seien in diesem Winter liegen geblieben. Pöhlers Skilifte seien daher nur sieben Tage im Einsatz gewesen. Dann zwar gut besucht. Für einen wirtschaftlichen Betrieb brauche es aber mindestens 20 Skitage. "Vom Minusgeschäft kann kein Unternehmen leben", erklärt Pöhler.

Ein weinendes Auge in Blaubeuren-Beiningen

"Mit einem weinenden Auge" blickt auch Erich Straub auf die Saison. Seit 55 Jahren betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Elfriede den Skilift in Blaubeuren-Beiningen im Alb-Donau-Kreis. Gerade erst hat er eine vierstellige Summe in den Schlepplift gesteckt. "Ein Verlustgeschäft von A bis Z", schnaubt Straub.

An keinem einzigen Tag hätten die Bügel des Schlepplifts in Beiningen ihre Runden gedreht. Und das schon das zweite Jahr in Folge. Eine Schließung kommt für die Straubs trotzdem nicht in Frage. "Wir haben so dankbare Skifahrer, wir können nicht schließen." Auch nicht, wenn in den nächsten Jahren wieder kaum Schnee fällt. "Wir bleiben auf, auch in Zukunft."

Kein Betriebstag am Ostalb-Skilift in Aalen

Die Pisten der Ostalb-Skilifte in Aalen blieben in diesem Winter ebenfalls unbenutzt. Kein einziger Betriebstag. "Das ist schon bitter", sagt Betreiber Andreas Ringwald. Denn im November baute er mit Helferinnen und Helfern alles auf - nur um jetzt im März alle beweglichen Teile der Lifte ungenutzt wieder einzumotten.

Es lag durchaus Schnee. Der reichte aber nicht, um Ski zu fahren. Der Boden war häufig nicht gefroren. Und bei Frost fehlte wiederum der Schnee. Ans Aufhören denkt Andreas Ringwald dennoch nicht. Die Ostalb-Skilifte haben Rücklagen aus schneereicheren Wintern.

Viel Pech in Böhmenkirch-Treffelhausen

Auch im Kreis Göppingen hatte man in dieser Saison Pech. Nur zwei Tage konnte Christian Staudenmaier seinen Lift in Böhmenkirch-Treffelhausen öffnen. "Der Schnee ist spurlos an uns vorbei gegangen", so der Betreiber. Auch die Kunstschneeanlage, in die er vor gut zehn Jahren investiert hatte, konnte daran nichts ändern: "Die Temperaturen waren nicht kalt genug", erklärt Staudenmaier. Eine Kunstbeschneiung habe sich deshalb nicht gelohnt.

Staudenmaier ist überzeugt, dass die Schneetage in den nächsten Jahren noch weiter zurückgehen. Dennoch wünscht er sich für den nächsten Winter mehr Schnee und kalte Temperaturen. "Damit der Schnee, wenn er kommt, über eine längere Zeit liegen bleibt."

Westerheimer Familienbetrieb: "Jede Saison ist anders"

Beim Westerheimer Familienbetrieb Skilift Halde hingegen ist man mit der Saison zufrieden. Neben dem Lift unterhält Margret Bek gemeinsam mit Mann Franz eine Gaststätte. Im vergangenen Winter habe man in Westerheim nur vier Tage Schnee gehabt. Diese Saison seien es immerhin zwei Wochen gewesen, mit großem Andrang. Auch, wenn die Schneeverhältnisse laut Betreiberin oft grenzwertig gewesen sind, maximal fünf Zentimeter hoch. "Jede Saison ist anders", so Bek. Seit mehr als 50 Jahren betreibt sie den Skilift. Aufhören will sie nicht.

Westerheim

Schnee auf der Schwäbischen Alb Winterzauber in Laichingen, Westerheim und Römerstein: Skilifte sind geöffnet

Es muss nicht unbedingt das Allgäu oder Österreich sein: Wer Ski oder Snowboard fahren will, der kann am Wochenende auch die Lifte auf der Schwäbischen Alb ansteuern.

Sonnenbühl

Erste Skilifte in Betrieb Weiße Pracht auf der Schwäbischen Alb macht Hoffnung auf Wintersport

Schneefall hat die Schwäbische Alb in eine Winterlandschaft verwandelt. Auf der Reutlinger Alb werden am Wochenende die Lifte geöffnet sein. Auch Flutlichtfahren ist möglich.

SWR4 am Nachmittag SWR4