Chaos bei den Abrechnungen und ein Millionenloch in der Kasse - die Stadtwerke in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) geben derzeit kein gutes Bild ab. Jetzt hat die Stadt Konsequenzen gezogen und den Geschäftsführer Peter Ernst entlassen.
Oberbürgermeister räumt Probleme bei Abrechnungen der Stadtwerke ein
Man müsse jetzt "Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit herstellen", nach innen in die Belegschaft sowie nach außen, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) am Donnerstagvormittag auf einer Pressekonferenz. Arnold ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke.
Es gebe Probleme bei den Abrechnungen, räumte Arnold ein. Rund 8.000 aus dem letzten Jahr würden noch fehlen. Grund dafür sei unter anderem eine Systemumstellung bei der Software. Die Stadtwerke hätten einst als "Perle im Remstal" gegolten, so der Oberbürgermeister.
Ärger in Schwäbisch Gmünd bei den Kunden der Stadtwerke groß
Doch bei der Bürgerschaft ist der Ärger über den Energieversorger inzwischen groß. Viele machten in den vergangenen Monaten ihrem Ärger in sozialen Netzwerken Luft, sprachen von verspäteten oder falschen Abrechnungen. In den vergangenen fünf Jahren hätte das Unternehmen rund ein Fünftel seiner Kunden verloren.
"Diese Leute müssen wir wieder zurückgewinnen und wieder zufriedenstellen", sagte Celestino Piazza, den die Stadt am Donnerstagvormittag als Interimsnachfolger vorstellte. Piazza ist Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und soll vorübergehend beide Unternehmen leiten.
Medienberichte über mögliches Aus für Geschäftsführer Hat der Ärger bei den Stadtwerken Schwäbisch Gmünd Konsequenzen?
"Chaos", "finanzielles Desaster" und "Pannen" - das schreiben Lokalzeitungen über die Zustände bei den Stadtwerken Schwäbisch Gmünd. Der Gemeinderat könnte deshalb jetzt die Reißleine ziehen.
Belegschaft bekommt Ärger zu spüren
Er machte keinen Hehl daraus, dass inzwischen auch die Belegschaft der Stadtwerke die Wut der Bürger abbekomme. "Mittlerweile kriegst du als Stadtwerkemitarbeiter böse Stimmen, das kann nicht so bleiben", so Piazza. Immerhin seien die 170 Arbeitsplätze gesichert.
Denn die finanzielle Situation ist prekär: Über 30 Millionen Euro seien die Stadtwerke aufgrund der fehlenden Abrechnungen im Minus. Durch einen städtischen Cashpool wurde das Minus erst einmal querfinanziert, bis später das Geld durch die ausstehenden Abrechnungen wieder reinkommen soll. Hauptgrund dafür sei, dass auch Netzentgelte an andere Energieversorger nicht in Rechnung gestellt wurden.