Die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd "tragen maßgeblich zur städtischen Lebensqualität bei", schreibt der Energieversorger über sich selbst auf seiner Internetseite. Doch in Wirklichkeit ärgern sich viele Kundinnen und Kunden über das kommunale Unternehmen aus dem Ostalbkreis, weil Abrechnungen lange auf sich warten lassen oder falsch sind. Laut "Gmünder Tagespost" und "Remszeitung" steht deswegen das Aus des Geschäftsführers im Raum.
Stadt Schwäbisch Gmünd will sich zu den Stadtwerken nicht äußern
Von einem "Stadtwerke-Desaster" ist in der "Remszeitung" die Rede. Die Stadt Schwäbisch Gmünd will sich dazu auf SWR-Anfrage am Dienstag nicht äußern. Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) ist der Aufsichtsratsvorsitzende. Hunderte Kunden warten laut der Berichte noch immer auf ihre Abrechnungen von Strom, Wasser, Abwasser und Gas aus dem Jahr 2024.
Der Ärger über die Gmünder Stadtwerke schwelt aber schon länger - und der Aderlass ist beachtlich: In den vergangenen fünf Jahren hätten 7.500 Kunden dem Unternehmen den Rücken gekehrt.
Am 13. November hat die Stadt bekannt gegeben, dass sie sich vom bisherigen Stadtwerke-Geschäftsführer trennt:
Stadt zieht Konsequenzen Abrechnungschaos und Millionenloch: Schwäbisch Gmünd trennt sich von Stadtwerke-Chef
Die Stadt Schwäbisch Gmünd zieht den Stecker und trennt sich mit sofortiger Wirkung vom Geschäftsführer der Stadtwerke. So reagiert sie auf die Krise bei ihrem kommunalen Energieversorger.
Ärger über Stadtwerke auch in sozialen Netzwerken
Auch in den sozialen Netzwerken machen viele Bürger ihrem Ärger Luft: "Ich kann nur jedem raten, von den Stadtwerken zu einem anderen Anbieter zu wechseln", schreibt ein Nutzer. Ein anderer meint: "Als Kunde verfolge ich mit großem Unmut die derzeitigen Entwicklungen und Abläufe bei den Stadtwerken in Gmünd." Außerdem ist in Kommentaren die Rede von einem gigantischen "Saftladen. Und ohne irgendwelche Konsequenzen".
Die könnte es jetzt geben: Der Geschäftsführer steht nach Informationen der beiden lokalen Zeitungen vor der Entlassung. Am Mittwoch beschäftigt sich der Verwaltungs-, Wirtschafts- und Finanzausschuss des Gemeinderats im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung wahrscheinlich mit der Personalie. Der SWR hat deswegen auch den Geschäftsführer selbst um eine Stellungnahme gebeten. Eine Rückmeldung gab es bis Dienstagabend allerdings nicht.