Zahlreiche Beschwerden wegen Tauben

Zoff in Ulm: Fütterungsverbot für Tauben sorgt für Ärger - 21 Bußgeldverfahren

Seit vergangenem Jahr laufen 21 Verfahren wegen Verstößen gegen das Fütterungsverbot. Die Stadt Ulm verweist auf massive Verunreinigungen und zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung.

Teilen

Stand

Von Autor/in Christina Scherer

Erst vergangene Woche ist ein 74-jähriger Rentner vom Amtsgericht Ulm zu einem Bußgeld verurteilt worden, weil er Tauben in der Innenstadt gefüttert hatte. Das ist längst kein Einzelfall: In Ulm sorgt das Taubenfüttern zunehmend für Ärger - und für Verfahren vor Gericht. Seit Anfang 2025 hat die Stadt 21 Verstöße gegen das Fütterungsverbot registriert, acht davon allein in diesem Jahr.

Tauben: Warum die Stadt Ulm das Füttern verbietet

Der 74-Jährige soll im Stadtquartier Sedelhöfe die Tauben gefüttert und damit gegen die geltende Polizeiverordnung verstoßen haben. Über den Fall berichtete zuerst die "Neu-Ulmer Zeitung". Ein paar Krümel und eine Schar Trauben sollen für ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro ausgereicht haben. Das Gericht setze das Bußgeld auf 20 Euro herab, da sich der Mann kooperativ zeigte. Nach Angaben der Zeitung will der Senior dennoch gegen das Urteil vorgehen und vor das Oberlandesgericht ziehen.

Tauben gehören zum Stadtbild in Ulm und machen viel Dreck: Die Stadt geht gegen Menschen vor, die die Tiere füttern. (Symbolbild)
Tauben gehören zum Stadtbild in Ulm und machen viel Dreck: Die Stadt geht gegen Menschen vor, die die Tiere füttern. (Symbolbild) IMAGO / Gottfried Czepluch
Balingen

"Die Tauben verkoten alles" Solaranlagen ziehen Tauben an, nichts hilft: Anwohner bitten Stadt Balingen um Hilfe

In Balingen-Weilstetten plagen Tauben ein Neubaugebiet: Kot, Kadaver und Federn verdrecken Dächer, Balkone und Gärten. Bisherige Aktionen der Anwohner dagegen haben nichts genützt.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Die Stadtverwaltung betont, dass es ihr vor allem um die Sauberkeit im öffentlichen Raum gehe. "Das Verbot der Taubenfütterung dient dazu, Verunreinigungen durch Taubenkot einzudämmen und damit die Sauberkeit im öffentlichen Raum zu verbessern. Zu diesem Thema erreichen uns regelmäßig viele Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern", so ein Sprecher der Stadt Ulm gegenüber dem SWR.

Das Verbot der Taubenfütterung dient dazu, Verunreinigungen durch Taubenkot einzudämmen und damit die Sauberkeit im öffentlichen Raum zu verbessern.

Ulm

Taubenhaus im Parkhaus 85.000 Euro für Sauberkeit: Wie Ulm die Tauben in den Griff bekommen will

Tauben stehen zwar für Frieden und Liebe, doch in der Innenstadt will sie niemand haben - dafür hinterlassen sie zu viel Kot. Ulm hat deswegen jetzt schon das dritte Taubenhaus eröffnet.

"Uns ist bewusst, dass das Füttern von Tauben häufig aus Tierliebe und mit guter Absicht geschieht. Gleichzeitig führt regelmäßiges Füttern dazu, dass sich Tauben an bestimmten Orten konzentrieren und dort entsprechend stärkere Verunreinigungen entstehen", so der Sprecher weiter.

Nicht jeder Verstoß endet vor Gericht

Laut dem Stadtsprecher führe nicht jede gemeldete Taubenfütterung automatisch zu einem Bußgeldverfahren. Voraussetzung sei unter anderem, dass ein Verstoß eindeutig festgestellt und einer Person zugeordnet werden kann. Zudem würden die jeweiligen Umstände des Einzelfalls berücksichtigt. Wer dennoch füttert, riskiert ein Bußgeld von mindestens 50 Euro, bei wiederholten Verstößen sogar bis zu 5.000 Euro.

Singen

Was Besitzer von Anlagen beachten müssen Warum Tauben unter Solaranlagen zur Brandgefahr werden

Solaranlagen sind bei Hausbesitzern gefragt - und offenbar auch bei Tauben. Sie bieten den Tieren ideale Nistplätze. Und das ist brandgefährlich, heißt es von der Stadt Singen.

Tiere Die Taube – Ein Vogel polarisiert

Warum gibt es Brieftauben, aber keine Brief-Raben? Warum ist Woody Allen mit schuld am miesen Image der Taube? Und wie wurde die „Ratte der Lüfte“ zum Symbol für Frieden und Liebe?

SWR2 Wissen SWR2

Freiburg

Wohnung durchsucht Nach Schüssen auf Tauben in Freiburg: Polizei ermittelt Tatverdächtigen

In Freiburg haben sich zuletzt Meldungen toter und verletzter Tauben gehäuft. Die Polizei geht davon aus, jemand schießt auf die Tiere. Nun hat sie einen Tatverdächtigen gefunden.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Christina Scherer
Christina Scherer
Onlinefassung
Peter Schmid
SWR-Aktuell Redakteur Peter Schmid

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!