Ernte in Gefahr

Extrem trockener Mai: Bauernverband Ulm-Ehingen schlägt Alarm

Die Trockenheit im Mai stellt Landwirte vor große Herausforderungen. Das Wetter hat extreme Auswirkungen auf die Pflanzen, die dringend Wasser brauchen. Es drohen Ernteausfälle.

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Von Autor/in Jannik Volz

Die anhaltende Trockenheit im Mai macht der Landwirtschaft große Sorgen. Derzeit zeigt sich, wie stark die Pflanzen unter den ungewöhnlich trockenen Bedingungen leiden, heißt es beim Kreisbauernverband Ulm-Ehingen. Dort spricht man von einer bedenklichen Situation: "Die Lage ist schlimm".

Raps und Getreide in der Krise

Der Mai ist eine entscheidende Phase für viele Pflanzen. Der Raps hat seine Blütezeit hinter sich und beginnt, Schoten zu bilden. Doch um diese Schoten mit Körnern zu füllen, braucht es kühle und feuchte Bedingungen. "Im Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun' und Fass", erinnert Hanns Roggenkamp, stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbands Ulm-Ehingen, im SWR-Interview an eine alte Bauernregel.

Aber kühl und nass? Fehlanzeige rund um die Donau. Von guten Bedingungen ist die Region weit entfernt. Auch das Getreide leidet: Eigentlich sollten die Pflanzen jetzt ihre Ähren bilden und dann Getreidekörner entwickeln, erklärt Roggenkamp. Stattdessen stehe die Entwicklung still, weil der dringend benötigte Regen ausbleibt.

Ein Rapsfeld in voller Blüte - die Trockenheit im Mai macht Bauern und ihren Feldern zu schaffen. Die Schoten der Rapspflanzen bräuchten jetzt eigentlich kühles und feuchtes Klima (Symbolbild).
Bei der Blüte ging's dem Raps noch blendend. Jetzt sollten sich die Schoten mit Körnern füllen - dafür bräuchte der Raps kühles und feuchtes Klima. Momentan herrscht Trockenheit und Hitze, es drohen Ernteverluste (Symbolbild). Picture Alliance

Besonders betroffen sind Tallagen an der Donau mit kiesigen Böden, die Wasser kaum halten können. "Man sieht deutlich, wo die Böden flachgründig sind. Dort verfärben sich die Pflanzen, die Blätter rollen sich ein, damit Verdunstung reduziert wird", erklärt Roggenkamp. Die Natur wehre sich und versuche sich anzupassen, doch auch das habe ein Ende. Wenn es nicht bald ausgiebig regne, drohten massive Ernteverluste, so der Landwirt.

Bauernverband befürchtet schlechte Ernte

Auch die Wetterprognosen lassen kaum hoffen. Zwar sind Gewitter mit Starkregen angekündigt, doch solche "Platschregen" helfen den Böden wenig. "Die Böden können große Mengen Wasser in kurzer Zeit nicht aufnehmen. Daher steigt das Risiko für Erosion und Überflutungen", warnt der Allmendinger Landwirt. Stattdessen müsste es über längere Zeit flächendeckend und ausgiebig regnen. Dennoch: "Jeder Tropfen tut uns gut."

Jeder Tropfen tut uns gut

"Wir haben eine Veränderung vom Klima, ich denke das ist mittlerweile unstrittig", sagt der Landwirt. Dass es aber bereits im Mai so trocken ist, sei trotzdem äußerst ungewöhnlich. Zwar habe es in den letzten Jahren immer wieder Trockenphasen gegeben, doch diese traten meist später im Jahr auf. "So früh und in diesem Ausmaß ist das neu für mich", betont er. Dennoch bleibt ein Funken Hoffnung: Wenn jetzt eine längere feuchte Periode käme, könnten sich die Pflanzen vielleicht noch regenerieren.

Auch die Wälder kämpfen mit der Trockenheit im Mai

Die Wälder in der Region stehen zwar besser da, aber auch sie haben mit den Auswirkungen der frühen Trockenheit zu kämpfen. Vor allem die jungen, frisch gepflanzten Bäume würden leiden, sagt Thomas Herrmann, Leiter des Forstbezirks Ulmer Alb. Auch er rechnet damit, dass mancher junge Baum vertrocknet und nachgepflanzt werden muss. Die Lage sei nicht so dramatisch wie bei vergangenen Dürren im Hochsommer, dennoch sehnen sich die Pflanzen im Wald nach Wasser, so Herrmann.

Keine Wasserentnahme aus Bächen, Flüssen und Seen

Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis appelliert seit Donnerstag an die Bevölkerung, kein Wasser mehr aus Bächen und Flüssen zu entnehmen. Die Wasserstände seien bereits deutlich gesunken und befänden sich teilweise auf einem sehr niedrigen Niveau, heißt es in der Mitteilung.

Das Landratsamt Biberach geht noch einen Schritt weiter: Dort hat das Landratsamt bis Ende Juni komplett verboten, Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen zu pumpen. Die Pegelstände hätten kritische Ausmaße erreicht, Entspannung sei nicht in Sicht.

Blaualgen in Sendener Badesee

In einem Waldsee in Senden (Kreis Neu-Ulm) sind diese Woche vereinzelt Blaualgen aufgetaucht. Es gibt noch kein Badeverbot, die Stadt ruft aber zur Vorsicht auf. Das Wachstum von Blaualgen wird durch viel Sonne, wenig Regen und hohe Wassertemperaturen begünstigt, so die Mitteilung aus Senden. Blaualgen können Hautreizungen, Übelkeit und Erbrechen auslösen.

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Jannik Volz
SWR-Aktuell Redakteur Jannik Volz

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