Temperaturen in der Rhein-Neckar-Region über 30 Grad, und das im Mai - das ist auch für Wetterexperten ungewöhnlich. Wie kommt die Pflanzenwelt in der Region damit klar?
Wie lindern die Stadtpark-Gärtner in Mannheim den Durst der Pflanzen?
Wegen Trockenheit und Hitze wird im Mannheimer Luisenpark gerade besonders viel gegossen. Neben Palmen, die gut mit den hohen Temperaturen klar kommen, haben andere Pflanzen UV-Schäden durch die Sonne, das hat am Mittwoch Gärtnermeisterin Stephanie Kaletta dem SWR vor Ort erklärt. Vertrocknet sei aber noch nichts. Die Bewässerungsanlagen sind Kaletta zufolge tagsüber aber selten zu sehen. Die kommen vor allem nachts zum Einsatz.
Tagsüber sind aber auch Gartenschläuche an Bäumen zu sehen, und auch in den hitzebeständigen Staudenbeeten liegen Schläuche aus, um die Pflanzen durch sogenannte Tropfbewässerung zu versorgen.
Am Mittwoch hat zusätzlich zu den hohen Temperaturen noch Wind geweht, "das entzieht den Pflanzen auch noch mal zusätzlich Wasser", so Kaletta. Aber ganz so katastrophal ist die Lage noch nicht, denn vor zwei Wochen habe es "gute Niederschläge gegeben, dadurch ist der Boden im oberen Bereich durchaus noch sehr befeuchtet". In den unteren Erdschichten sei es dagegen sehr viel trockener, "auch durch die sehr, sehr trockenen vergangenen Jahre".
Kaletta und ihr Team setzen mit Blick auf hitzeresistente Pflanzen im Luisenpark unter anderem auf Stauden. Zum Beispiel: Auf Sedum, eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Dickblattgewächse, "die brauchen wenig Wasser".
Öffentliche Grünflächen: Wie gehen Kommunen mit der Trockenheit um?
Vor allem bei älteren Bäumen sowie Grünflächen ist die Lage noch nicht kritisch. In Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) ist nach Einschätzung der Stadt die Trockenheit allerdings für neu angelegte Grünflächen und junge Pflanzen ein Problem, weil die noch nicht ausreichend tiefe Wurzeln haben und sie deshalb mehr gegossen werden müssten.
Auch die Stadt Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) gibt gegenüber dem SWR Entwarnung. Der Boden sei durch Regen in der Vorwoche noch feucht genug, hieß es. Dennoch: Mitarbeiter des Grünflächenamts gießen laut Stadt Jungbäume und frisch gepflanzte Sträucher seit Pfingsten einmal wöchentlich, das sei bisher zu diesem Zeitpunkt (im Mai) noch nicht nötig gewesen. Im Fokus stünden Pflanzen in der Innenstadt, die von aufgeheizten Fassaden umgeben seien.
In Mannheim ist die Lage ähnlich, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Die Stadtbäume seien "noch relativ gut durch das im Boden vorhandene Wasser versorgt". Eine Herausforderung könnten aber die zu erwartenden Hitzeperioden im Hochsommer werden. Aber auch hier sei die Stadt Mannheim vorbereitet - "im Rahmen der Möglichkeiten".
Trockenheit und Hitze: Wie gehts den Wäldern?
Im Forstamt des Rhein-Neckar-Kreises ist die Stimmung wegen der Trockenheit und Hitze noch relativ entspannt. Amtsleiter Manfred Robens sagte dem SWR, natürlich bestehe aktuell größtenteils erhöhte Waldbrandgefahr in den Wäldern im Landkreis, "aber im Vergleich zu den trockenen Hitzeperioden in den Jahren 2018 und 2023 ist das noch gar nichts."
Zudem müsse man differenzieren, was den Waldwuchs und die Bodenbeschaffenheit in der Region angeht. Das heißt: Vor allem Kiefern, die auf den sandigen Waldböden der Schwetzinger Hardt stehen, leiden Robens zufolge stärker unter der Trockenheit als Bäume im Odenwald.
Waldbrandgefahr: Grill- und Feuerstellen gesperrt
Derzeit herrsche in großen Teilen der Region Waldbrandgefahr Stufe 4, nach dem Waldbrandindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Das heißt, dass zum Beispiel öffentliche Grill - und Feuerstellen gesperrt sind. Robens bittet dringend darum, im Umgang mit Feuer im Wald sehr vorsichtig zu sein: "Besonders die berühmte achtlos weggeworfene Zigarette sorgt ja immer mal wieder für Waldbrandsituationen."
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Wald der Zukunft wird den heutigen in Südfrankreich und Süditalien ähneln
Forst-Experten arbeiten schon länger daran, die Wälder hierzulande fit für die Zukunft zu machen, wenn es womöglich noch trockener und heißer werden wird. "Wir brauchen Wälder, die sich an die im Klimawandel ändernden Bedingungen anpassen können", so Robens. Das bedeutet, dass Wälder in der Region in 50 oder 100 Jahren denen ähneln werden, wir sie heute beispielsweise aus Südfrankreich oder Süditalien kennen.