Ein Schaden in einem Stellwerk hat den Ulmer Hauptbahnhof am Dienstagabend für rund drei Stunden lahmgelegt. Gegen 19:30 Uhr wurde der Bahnverkehr wieder aufgenommen. Einem Bahnsprecher zufolge war ein Bauteil im Stellwerk defekt.
Schaden am Stellwerk: Nahverkehr ab und nach Ulm kommt zum Erliegen
Ab 16:30 Uhr ging rund drei Stunden lang so gut wie nichts mehr im und um den Ulmer Hauptbahnhof. Der Fernverkehr zwischen Stuttgart und Augsburg wurde großräumig über Aalen umgeleitet. Der Nahverkehr kam gar ganz zum Erliegen.
Erst im vergangenen Sommer hatte ein ähnlicher Vorfall den Ulmer Bahnhof ebenfalls für mehrere Stunden lahmgelegt.
Hauptbahnhof Ulm: Kritik an Evakuierung des Zuges aus Ravensburg
Zwei Züge mit rund 200 Fahrgästen wurden nach SWR-Informationen evakuiert, teilweise wurden Menschen mit Bussen weiterbefördert oder zum nächstgelegenen Bahnhof gebracht. Allerdings hat das im Fall eines Zuges aus Ravensburg nicht funktioniert: Der Zug blieb am Dienstagabend etwa einen Kilometer vor dem Ulmer Hauptbahnhof stecken.
Ein Fahrgast, der in diesem Zug saß, beklagt im Gespräch mit dem SWR: "Niemand war da, um uns zu helfen oder gar ein Bus, der uns zum Bahnhof gebracht hätte." Rund hundert Reisende mussten seinen Angaben zufolge gut zwei Stunden in dem Zug ausharren, bis die Feuerwehr kam.
Fahrgäste müssen samt Gepäck im Dunkeln zum Bahnhof laufen
Die Leiter der Feuerwehr sei dann nur "ein Tritt mit zwei Stufen" gewesen, bemängelt der Ravensburger Passagier. "Und darüber haben dann wirklich alle gelacht", denn diesen Tritt hätte man nicht wirklich gebraucht. Er kritisiert zudem, dass dann alle zu Fuß zum Ulmer Bahnhof gehen mussten: Die Menschen seien im Dunkeln samt Gepäck auf matschigen Wegen gelaufen, das habe etwa 20 Minuten gedauert.
Niemand war da, um uns zu helfen oder gar ein Bus, der uns zum Bahnhof gebracht hätte.
Eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Stuttgart erklärte am Mittwoch auf Anfrage des SWR, dass leider kein Bus zur Verfügung gestanden habe. Die Bahn bedauere, dass die Evakuierung so lange gedauert habe. Man müsse jedoch stets die Sicherheit gewährleisten, ergänzte die Sprecherin.