Urteil im Prozess um erpresserischen Menschenraub

Opfer entführt und eingesperrt: Drei Brüder aus Aalen müssen für Jahre in Haft

Sie haben einen Mann entführt und die Familie erpresst: Das Landgericht Ellwangen hat am Mittwoch drei Brüder aus Aalen zu Freiheitsstrafen von jeweils sechseinhalb Jahren verurteilt.

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Von Autor/in Frank Polifke

Die Tat war geplant, da ist sich das Gericht sicher: Das Landgericht Ellwangen hat am Mittwoch drei Brüder aus Aalen wegen erpresserischen Menschenraubs zu einer Freiheitsstrafe von jeweils sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die drei hatten im Februar dieses Jahres einen 20-Jährigen in Stuttgart entführt und schwer misshandelt. Sie hatten ihn in eine Falle gelockt, um Geld zu erpressen, so das Gericht.

Staatsanwaltschaft hatte teils auf mehr als sieben Jahre Haft plädiert

Mit dem Urteil blieb das Gericht teils unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft Ellwangen. Für Staatsanwalt Armin Burger ist klar, dass die Entführung von Anfang an geplant war. Die Angeklagten hätten ihr Opfer bedroht und erniedrigt. Das Motiv: Rache und finanzieller Ausgleich für eine Kränkung wegen einer Affäre. Er plädierte am Mittwochvormittag auf Freiheitsstrafen zwischen sechs Jahren und zehn Monaten und sieben Jahren und fünf Monaten für die drei Angeklagten.

Im Prozess um erpresserischen Menschenraub am Landgericht Ellwangen hat der Staatsanwalt für die drei Hauptangeklagten Freiheitsstrafen zwischen sechs Jahren und zehn Monaten und sieben Jahren und fünf Monaten gefordert.
Im Prozess um erpresserischen Menschenraub am Landgericht Ellwangen hat der Staatsanwalt für die drei Hauptangeklagten Freiheitsstrafen zwischen sechs Jahren und zehn Monaten und sieben Jahren und fünf Monaten gefordert.

Die Verteidiger haben dagegen kein Strafmaß vorgeschlagen. Nach ihrer Ansicht war die Entführung nicht von Anfang an geplant. Außerdem hätten die Angeklagten sich entschuldigt, Reue gezeigt und die Taten gestanden, wenn auch spät.

Geständnis am sechsten Verhandlungstag

Zum Prozessauftakt Anfang Juli hatten die Brüder im Alter von 32, 25 und 23 Jahren noch geschwiegen. Am sechsten Verhandlungstag haben sie dann doch ausgesagt. Die Entführung haben sie zugegeben, diese war aber nach ihrer Darstellung nicht geplant. Auch die Lösegeldforderung bestritten sie.

Nach ihren Angaben sollte es bei einem Treffen mit dem Opfer in Stuttgart darum gehen, intime Videos zu löschen. Einer der Angeklagten erklärte, dass seine Frau mit dem Mann eine Affäre gehabt habe. Seine Frau habe behauptet, der junge Mann erpresse sie mit intimen Videos, in denen beide zu sehen sind.

Der jetzt angeklagte Ehemann wiederum habe das schlechte Gewissen seiner untreuen Frau ausgenutzt. Sie soll dafür gesorgt haben, dass es zu dem Treffen mit dem 20-Jährigen in Stuttgart kam. Dort zerrten die drei den Mann in ein Auto und fuhren mit ihm nach Aalen. Sie hielten ihn zwei Tage in einem Keller gefangen und misshandelten ihr Opfer.

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Carola Kührig
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