Das Albert-Einstein-Gymnasium im Ulmer Stadtteil Wiblingen hat den seit Jahrzehnten stattfindenden Schüleraustausch mit den USA abgesagt. Die Schule macht sich Sorgen wegen der amerikanischen Einwanderungsbehörde US Immigration and Customs Enforcement (ICE).
Sorge vor Einwanderungsbehörde ICE
"Die Sorge, dass Schülerinnen und Schüler, die nicht dem Bild eines Amerikaners entsprechen, von maskierten Menschen mit Waffengewalt verhaftet und in ein Auto gezogen werden, ist real", erklärt Schulleiter Bernhard Meyer. Als Schulleiter könne er ein solches Risiko nicht mehr verantworten. Die ICE-Behörde ist bekannt für ihr rigoroses Vorgehen, was insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund betrifft.
Als Schulleiter kann ich das nicht mehr verantworten.
Geplant war ein Austausch, der Zehntklässler nach Washington, New York City und Philadelphia führen sollte. Die Schulleitung hat sich in Abstimmung mit der Fachschaft Englisch jetzt dagegen entschieden. Zuerst hatte die "Südwest Presse" darüber berichtet.
Einreise in die USA ist ein Risiko
Ein weiteres Problem stellt die Einreise in die USA dar. Es sei nicht sicher, dass alle Jugendliche problemlos einreisen dürften, so Meyer weiter. Die strengen Visa-Bestimmungen und die Möglichkeit, an der Grenze abgewiesen zu werden, machen die Organisation eines solchen Austauschs zunehmend schwierig.
Die Absage des Austauschs stößt bei den betroffenen Schülerinnen und Schüler auf großes Bedauern. "Der Schüleraustausch ist eine Bereicherung für uns als Schule", betont Meyer. Dennoch zeigten viele Jugendliche und Eltern auch Verständnis für die Entscheidung.
Max-Planck-Gymnasium Heidenheim hält an USA-Austausch fest
Am Max-Planck-Gymnasium in Heidenheim findet dagegen der Austausch mit der Grove City High School in Ohio dieses Jahr statt. Die Flüge sind bereits gebucht, in vier Wochen geht es los. Wenn die Schule den Austausch jetzt absagte, würden die Eltern auf mehreren Tausend Euro sitzen bleiben, sagt der stellvertretende Schulleiter Thomas Wagner. "Wir würden es sehr, sehr gerne beibehalten."
Trotzdem denke man darüber nach, den Austausch wegen der sicherheitspolitischen Lage für 2027 auf Eis zu legen. Den Austausch gibt es seit 1984. "Das wäre sehr schade, da sind über die Jahre viele Freundschaften entstanden."