Gewitter haben in Teilen Baden-Württembergs am Freitag für Probleme gesorgt. Schon in der Nacht hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) insbesondere im Nordwesten Baden-Württembergs vor einzelnen Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel gewarnt.
Bodenseeregion: Stadtteil von Singen vorübergehend abgesperrt
Ein heftiges Gewitter ist am Freitagvormittag durch die Bodenseeregion gezogen. In Singen (Kreis Konstanz) musste vorübergehend der Stadtteil Bohlingen abgesperrt werden. Mittlerweile hat die Feuerwehr die Lage unter Kontrolle. Durch den zwischenzeitlich gesperrten Stadtteil könne vorerst wieder gefahren werden, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Mario Dutzi, am späten Freitagabend.
Es gebe rund 220 Einsatzorte, vor allem wegen Gebäudeschäden. Ein Haus sei derzeit unbewohnbar. Die sechs Bewohner wurden in Hotels untergebracht. Entgegen erster Befürchtungen wird in der Nacht auf Samstag kein weiterer Regen oder Gewitter erwartet. Der Einsatz soll dann laut Feuerwehr am frühen Samstagmorgen weitergehen.
Schwere Sturmböen decken rund 100 Häuser ab
Nach ersten Erkenntnissen wurden durch die schweren Sturmböen etwa 100 Hausdächer abgedeckt und Gebäude beschädigt. Außerdem stürzten zahlreiche Bäume um und blockierten Straßen. Rund 300 Einsatzkräfte aus mehreren Landkreisen waren am Freitag vor Ort.
Bei dem Unwetter war auch eine Person verletzt worden und wurde nach Angaben der Polizei in ein Krankenhaus eingeliefert. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Auch zum in Bohlingen entstandenen Schaden liegen noch keine Angaben vor.
Baum auf Hochspannungsleitung gestürzt
Ein Polizeisprecher aus Konstanz sagte, im Raum Hegau (Kreis Konstanz) seien einige Bäume umgestürzt. Auch einzelne Keller seien vollgelaufen. Im Raum Überlingen (Bodenseekreis) habe es gehagelt. Die Feuerwehr hatte 72 Einsätze, wie die Freiwillige Feuerwehr Überlingen am Freitagabend mitteilte. Dort war auch der Bahnverkehr durch umgestürzte Bäume beeinträchtigt. Bei Bambergen (Bodenseekreis) sei ein Baum in eine Hochspannungsleitung gefallen, wie die Polizei mitteilte. Ordentlich gehagelt habe es auch in Sipplingen (Bodenseekreis), so die Gemeinde. Menschen waren nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht von dem Unwetter betroffen.
Umgestürzte Bäume bei Oppenweiler
In Oppenweiler (Rems-Murr-Kreis) stürzten bei einem Unwetter mehrere Bäume um und wurden laut Feuerwehr von den Straßen geräumt. Auch ein Firmengebäude war von einem Baum getroffen worden. Es seien aber keine Personen zu Schaden gekommen, die Einsätze seien inzwischen abgearbeitet und beendet, so ein Kommandant der Feuerwehr Oppenweiler.
Regionalzug steht nach Unwetter auf freier Strecke
Das Unwetter bei Oppenweiler hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Ein Regionalzug habe in der Nähe des Ortes wegen heruntergestürzter Äste nicht weiterfahren können, sagte ein Bahnsprecher. Sechs Fahrgäste wurden demnach evakuiert. Auf Bildern sei zu sehen, dass unter dem Zug ein abgerissener Ast liege.
Rund 100 Feuerwehreinsätze im Kreis Ludwigsburg
Im Kreis Ludwigsburg sorgte am Freitagmorgen ein schweres Gewitter vor allem in Bietigheim-Bissingen, Ingersheim und Pleidelsheim für rund 100 Einsätze von Feuerwehr und Polizei. Den Einsatzkräften wurde unter anderem umgestürzte Bäume, überflutete Straßen, umgeknickte Bauzäune und vereinzelt Wasser in Kellern gemeldet. Personen seien nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu Schaden gekommen, teilte die Polizei mit.
Auch im Raum Backnang (Rems-Murr-Kreis) stürzten durch ein Gewitter einige Bäume um. In Großrinderfeld (Main-Tauber-Kreis) geriet am Freitagvormittag mutmaßlich durch einen Blitzeinschlag eine Scheune in Brand. Laut Polizei brannte sie komplett ab. Das angrenzende Wohnhaus sei durch die Flammen ebenfalls beschädigt worden und zumindest im Dachgeschoss unbewohnbar.
Im Kreis Reutlingen sorgte eine Unwetterzelle für mehrere Einsätze von Polizei und Feuerwehr, unter anderem in Lichtenstein, Unterhausen und St. Johann. Dort standen laut Polizei vereinzelt Keller und Straßen unter Wasser, Hagel richtete Schäden an. In Bad Urach zerstörten Hagelkörner Fensterscheiben.
Es wird deutlich kühler - und windig
In Oberschwaben könnte es noch länger regnerisch bleiben. Dazu wird es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) deutlich kühler: Die Höchstwerte sollen im höheren Bergland kaum 20 Grad erreichen, während am Rhein und Neckar bis zu 25 Grad erwartet werden. Der Südwestwind wehe mäßig bis frisch mit starken bis stürmischen Böen. Auf den Schwarzwaldgipfeln seien Sturmböen möglich.
In der Nacht zu Samstag klingt laut DWD auch im llgäu der Regen ab. Danach soll es aufklaren. Die Temperaturen sollen auf 16 bis 12 Grad zurückgehen, im Bergland könnten noch starke bis stürmische Böen auftreten.
Das Wochenende wird ruhiger
Am Samstag wechseln sich laut der Vorhersage Sonne und Wolken ab. Vereinzelt seien Schauer oder ein kurzes Gewitter drin, bei Höchstwerten zwischen 20 Grad im oberen Bergland und 26 Grad am Rhein.
In der Nacht zu Sonntag bleibt es dem Wetterdienst zufolge wolkig bis gering bewölkt und meist trocken. Die Frühwerte liegen voraussichtlich bei 17 bis 10 Grad; am kühlsten sei es dabei in Oberschwaben.
Am Sonntag dürfte es heiter bis wolkig werden, teilten die Meteorologen mit. Die meisten Sonnenstunden werden südlich der Donau erwartet. Am Nachmittag könnten einzelne Schauer oder Gewitter entstehen.