Eine Elterninitiative ist mit einem Volksantrag zu G9 gescheitert. Darin forderte die Gruppe das Abitur nach neun Jahren für alle Kinder an Gymnasien in Baden-Württemberg, die dies wünschen. Das notwendige Quorum von 40.000 Unterschriften sei verfehlt worden, teilte die Initiative am Freitag mit. Es kamen lediglich rund 27.000 Unterschriften zusammen.
Mit einem erfolgreichen Volksantrag können Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg den Landtag dazu drängen, sich mit einem Thema zu befassen. "Wir sind enttäuscht und auch traurig", sagte Marita Raschke, eine der Initiatorinnen. Ziel der Eltern war es, dass auch ältere Schülerinnen und Schüler am Gymnasium so bald wie möglich zwischen G8 und einem um ein Jahr gestreckten Bildungsgang wählen können.
Die grün-schwarze Koalition hatte sich darauf geeinigt, dass die Gymnasien im Land zum Schuljahr 2025/2026 wieder zu G9 zurückkehren sollen. Die Einführung ist aber schrittweise geplant, zum Start sollen nur die Klassen fünf und sechs umstellen. Ältere Schüler würden also nicht profitieren. Der Volksantrag hatte sich für eine Wahlmöglichkeit für die Klassen sechs bis neun eingesetzt.
Zuvor Volksbegehren zu G9 eingereicht
Die Eltern hatten für ihre Forderung bereits ein Volksbegehren eingereicht. Dem hatte das Innenministerium wegen verfassungsrechtlicher Bedenken eine Absage erteilt. Daraufhin hatte die Initiative einen überarbeiteten Gesetzesentwurf vorgelegt.
Dass der Volksantrag nun scheiterte, führten die Initiatoren auf massiven Gegenwind zurück. So hätten sich Berufsverbände gymnasialer Lehrkräfte und der Landeselternbeirat dagegen ausgesprochen. Aufgeben will die Initiative aber nicht.