Offene Heizungskeller

Wärmepumpen zum Anfassen: Eigentümer kann sich vor Fragen kaum retten

Vorurteile zu Wärmepumpen gibt es viele. Doch was ist dran? In Stuttgart haben Eigentümer ihre Keller geöffnet. Besucher konnten sich selbst ein Bild machen.

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Stand

Von Autor/in Philipp Pfäfflin

Dirk Reimann wohnt in einer Doppelhaushälfte in Stuttgart-Vaihingen. Vor zwei Jahren hat er die alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. Im Rahmen des Wärmewende-Projekts von SWR und CORRECTIV "Druck im Kessel - Wie trifft mich die Energiewende?" hat er sich am Freitagabend den Fragen mehrerer Besuchergruppen gestellt.

Außengerät der Wärmepumpe surrt leise

"Ist die Wärmepumpe immer so leise?", "Welche Erfahrungen haben Sie im Winter bei Minustemperaturen gemacht?" und "Haben Sie Ihr Haus extra gedämmt?" - Dirk Reimann hat die Besucherinnen und Besucher kaum begrüßt, schon prasseln Fragen auf ihn ein. Noch steht er zusammen mit der Gruppe vor dem Haus, zeigt auf das Außengerät der Wärmepumpe.

"Gab es Probleme mit den Nachbarn", will ein Besucher wissen, "wegen des Lärms?" Wärmepumpen-Besitzer Reimann schüttelt den Kopf. Der Ventilator im Außengerät surrt leise, ist kaum zu hören. Er hat ihn direkt an der Hauswand befestigt, so ist er platzsparend untergebracht. Er sagt aber auch: "Im Winter bei minus sieben Grad ist es natürlich lauter."

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Altbau aus dem Jahr 1980: Keine größeren Dämmmaßnahmen

Dirk Reimann hat sein Haus nicht aufwendig saniert. Das Gebäude ist aus dem Baujahr 1980 - Fenster und Fassade sind entsprechend 45 Jahre alt. Nur die Dachgeschossdecke und die Haustür habe er extra gedämmt. Trotzdem funktioniere die Wärmepumpe einwandfrei. Die Raumtemperatur ist in dem Zwei-Personen-Haushalt auf 21 Grad eingestellt.

Die Besucherinnen und Besucher wollen es genauer wissen. Eigentümer Reimann spricht von einer Jahresarbeitzahl von 3,7. Das heißt, aus einer Einheit Strom kann er die 3,7-fache Wärmemenge gewinnen. Die Vorlauftemperatur betrage maximal 55 Grad, er habe keinen der vorhandenen Heizkörper ersetzen müssen. Für seine 110 Quadratmeter Wohnfläche habe er pro Jahr im Schnitt 3.200 Kilowattstunden Strom benötigt und 12.000 Kilowattstunden Wärme produziert.

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Besucher: Wärmepumpe zu sehen und mit Besitzer zu reden, war extrem hilfreich

Auch die Besucherinnen und Besucher erzählen von ihren Heizungen. Noch heizen sie mit Öl oder Gas, aber alle überlegen bereits seit Längerem, was danach kommen wird. Da das Thema Heizungswechsel komplex ist, freuen sie sich über den direkten Austausch. "Das ist wichtig, das aus erster Hand zu hören", sagt einer der Besucher danach. Sein Haus sei ähnlich alt wie das besuchte. "Der Besuch war extrem hilfreich", sagt er.

Gastgeber Dirk Reimann kommt ins Plaudern. Ihm sei Klimaschutz wichtig, sagt der promovierte Physiker und IT-Manager. Die Wärmepumpen-Technik habe ihn interessiert. "Ich wollte Vorreiter sein." Positiver Nebeneffekt: Durch die Umstellung auf die Wärmepumpe hat er mehr Platz im Keller. Denn die Öltanks konnte er ausbauen lassen.

Wärmepumpen-Besitzer: Kosten lagen bei 14.000 Euro nach Förderung

Die Besucherinnen und Besucher fragen auch nach den Kosten. Dirk Reimann spricht von rund 39.000 Euro. Nach Förderung von Bund und Stadt Stuttgart blieben noch circa 14.000 Euro übrig. Ob er es wieder machen würde, will ein Besucher wissen. Dirk Reimann zögert keine Sekunde. Selbstverständlich, er sei sehr zufrieden.

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Philipp Pfäfflin
Portraitfoto von Philipp Pfäfflin

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