Nach den hohen Temperaturen am Freitag haben sich in Baden-Württemberg am Abend regional Gewitter und teils kräftige Schauer ereignet. Bereits am frühen Abend stand über der Schwäbischen Alb sowie über der Westschweiz und dem Bodensee eine Gewitterzelle. In Neuhausen ob Eck im Kreis Tuttlingen musste das Southside Festival am frühen Freitagabend für knapp zwei Stunden unterbrochen werden. Die Besucherinnen und Besucher sollten sich laut Veranstalter in ihre Fahrzeuge begeben, das Gelände wurde geräumt.
Bei einem Zeltlager auf einem Sportplatz in Rastatt hat in der Nacht auf Samstag ein Blitz eingeschlagen. Neun Menschen wurden verletzt. Wie ein Sprecher der Polizei dem SWR mitteilte, drohten bei dem Unwetter die Zelte wegzufliegen. Während mehrere Personen versuchten, die Zelte zu sichern, sei dann der Blitz auf dem Sportplatz in Rastatt-Niederbühl eingeschlagen. Acht Erwachsene und ein 13-jähriges Kind seien verletzt worden. Sechs von ihnen mussten ins Krankenhaus. Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben bei niemandem.
In Münsingen (Kreis Reutlingen) ist am Freitagabend in weiten Teilen der Strom ausgefallen. Grund dafür waren laut Polizei zwei Blitzeinschläge - wo genau, wisse man nicht, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen dem SWR. Das Umspannwerk sei unbeschadet geblieben. Zunächst hatte die Polizei dem SWR gesagt, dass ein Blitz in Umspannwerke eingeschlagen habe. In Posts auf diversen Social Media-Kanälen haben Betroffene von Ausfällen in der ganzen Stadt berichtet. Auch Münsinger Ortsteile wie Bichishausen und Apfelstetten waren ohne Strom und teilweise ohne Internetzugang. Laut Polizei war die Stromversorgung in Münsingen nach rund 90 Minuten wiederhergestellt.
Ein weiterer Blitz schlug in Münsingen ein und verletzte ein Frau leicht. Sie war laut Polizei im Stadtteil Dottingen auf einem Sportplatz unterwegs gewesen.
Vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume
In Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis sorgte ein Gewitter für einen vollgelaufenen Keller. In Mannheim musste die Feuerwehr in der Nacht zum Samstag wegen eines Unwetters zu dutzenden Einsätzen ausrücken - vor allem, weil Bäume auf Schienen, Autos, Gebäude und Straßen gefallen waren. Rund um Mitternacht zählte die Feuerwehr nach eigenen Angaben 35 Einsätze, verletzt wurde niemand.
Am Samstag sind laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zum Abend hin erneut Gewitter möglich, jedoch wohl weniger heftig. Am Sonntag und Montag könnte laut DWD außerdem der Hitzerekord für den Juni in Baden-Württemberg geknackt werden.
Hitzewarnung auch für das Wochenende
Weil auch am Wochenende hohe Temperaturen zu erwarten sind, haben die Meteorologen deswegen für alle baden-württembergischen Landkreise eine Hitzewarnung ausgesprochen. "Hitzebelastung ist eine ernstzunehmende Gefahr für die menschliche Gesundheit", heißt es auf der Seite des DWD.
Insbesondere ältere und pflegebedürftige Menschen seien davon betroffen. In dicht bebauten Gebieten wie etwa in Stuttgart oder Karlsruhe ist noch mit einer zusätzlichen Belastung zu rechnen: Hier werde es nachts weniger abkühlen.
Deutscher Wetterdienst Hitzewarnung für Baden-Württemberg
In Teilen Baden-Württembergs kann es zu extremer Hitze kommen. Der Deutsche Wetterdienst informiert laufend.
Auch die Natur bekommt in dieser Hitzewelle die Auswirkungen der hohen Temperaturen zu spüren. Das spiegelt sich in der Waldbrandgefahr wider: Laut dem DWD herrscht im Großteil des Landes aktuell hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Der DWD misst dabei an 60 Messstationen im Land stündlich Werte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Windgeschwindigkeit. Daraus berechnet er eine Gefahrenstufe zwischen 1 (sehr geringe Gefahr) und 5 (sehr hohe Gefahr).
Temperaturen bleiben bei deutlich über 30 Grad
Am wärmsten war es in Baden-Württemberg am Freitag in Waghäusel-Kirrlach (Kreis Karlsruhe): Dort wurden laut DWD 37,5 Grad Celsius gemessen. Auch am Wochenende kühlt es nicht mehr ab. Tagsüber bleiben die Temperaturen ähnlich wie am Freitag mit Höchstwerten bis zu 38 Grad. Am Samstagnachmittag und -abend ist vor allem über dem Schwarzwald und der Alb auch mit Gewittern zu rechnen, dabei können Starkregen, Hagel und stürmische Böen auftreten. Am Sonntag rechnet der DWD anfangs mit viel Sonne. Später nehmen die Wolken zu, dann bilden sich erneut Schauer und örtlich kräftige Gewitter.