Seit 2020 belohnt das Land Kommunen, die dabei helfen, lange leerstehende Wohnungen wieder zu vermieten. Mithilfe einer sogenannten Wiedervermietungsprämie wurden in Baden-Württemberg so über 600 Wohnungen an neue Mieterinnen und Mieter vermittelt. Das hat das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen mitgeteilt.
Prämie gegen Wohnungsnot und Leerstand
Das Land hatte die Prämie eingeführt, um gegen Wohnungsnot und Leerstand vorzugehen. Im Schnitt sei mithilfe der Prämie jeden dritten Tag eine leerstehende Wohnung wiedervermietet worden, so Wohnungsbauministerin Nicole Razavi (CDU). Die Wiedervermietungsprämie wirke und sie sehe darin einen Erfolg.
Land zahlt zwei Netto-Monatskaltmieten
Das Land zahlt pro wiedervermieteter Wohnung, die zuvor mindestens ein halbes Jahr leer stand, zwei Netto-Monatskaltmieten oder maximal 2.000 Euro. Das Geld gehe an die Kommunen, die es dann an die Vermieter weitergeben. Am häufigsten sei die Prämie in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis), Sindelfingen (Kreis Böblingen) und in Tuttlingen gezahlt worden.
Datenrecherche zur Wohnungskrise Wohnungsnot in BW: Schaffa, Schaffa, Häusle net laischda kenna
In Baden-Württemberg fehlen Wohnungen und die Mietbelastung ist seit Jahren konstant hoch, besonders in den Städten. Eine Datenanalyse zeigt, wie angespannt die Situation ist.
Die durch die Prämie pro Jahr dem Markt zugeführten Wohnungen sind nur ein winzig kleiner Tropfen auf den Stein Wohnungsnot.
Mieterbund kritisch: Pro Jahr müssten 60.000 Wohnungen neu entstehen
Den gut 600 wiedervermieteten Wohnungen stehen laut einer Zensus-Erhebung von 2022 mehr als 230.000 leerstehende Wohnungen gegenüber. Der baden-württembergische Mieterbund sieht die Prämie als "winzig kleinen Tropfen auf den Stein Wohnungsnot", so der Vorsitzende Rolf Gaßmann. Eine Prognosestudie habe ergeben, dass pro Jahr 60.000 Wohnungen neu entstehen müssten.