Egal, ob im Sitz-, Liege- oder Schlafwagen: Nachtzüge gewinnen in Europa seit Jahren wieder an Bedeutung. Viele Verbindungen bringen Reisende über Nacht in ihr Zielland. Auch in Baden-Württemberg gibt es viele Verbindungen, zum Beispiel nach Venedig, Zagreb oder Paris. Ab Frühjahr 2026 soll eine weitere hinzukommen: Die Schweizerischen Bundesbahnen kündigten am Montag an, einen Nachtzug zwischen Basel und Skandinavien vorzubereiten - mit Zwischenhalt in BW.
- Die Nachtzüge aus BW auf einer Karte
- Von Stuttgart nach Venedig, Wien oder Zagreb
- Von Karlsruhe und Mannheim nach Amsterdam, Prag oder Berlin
- Weitere Nachtzüge durch Mannheim
- Von Baden-Baden, Freiburg und Offenburg nach Zürich und Amsterdam
- So sieht eine Schlafkabine aus
- Bald von Baden-Württemberg nach Malmö und Kopenhagen
- Deutsche Bahn: Keine eigenen Nachtzüge
- Vorteile von Nachtzug-Reisen
- Initiative fordert verbindliche finanzielle Unterstützung für Nachtzüge
Die Nachtzüge aus BW auf einer Karte
Ob von Mannheim nach Wien oder von Karlsruhe nach Amsterdam - mit dem Nachtzug ist von Stuttgart aus sogar Budapest zu erreichen, was eine Distanz von mehr als 800 Kilometern sind.
Von Stuttgart nach Venedig, Wien und Zagreb
Seit Dezember 2022 gibt es wieder Nachtzüge von Stuttgart in mehrere Städte in Europa. Wer abends um halb neun in den Nightjet oder EuroNight der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) einsteigt, kann am nächsten Morgen zum Beispiel in der italienischen Metropole Venedig aufwachen. Auch in die kroatische Hauptstadt Zagreb und die slowenische Hauptstadt Ljubljana kommt man von Stuttgart aus. Eine Übersicht:
- Stuttgart → Venedig
- Stuttgart → Budapest
- Stuttgart → Wien
- Stuttgart → Graz
- Stuttgart → Zagreb
- Stuttgart → Salzburg
- Stuttgart → Ljubljana
Alle Ziele werden zunächst von Stuttgart aus von einem gemeinsamen Zug angesteuert. Innerhalb von Baden-Württemberg gibt es noch zwei Stopps in Göppingen und Ulm. Unterwegs werden die Zugteile dann immer wieder neu aufgeteilt und mit anderen Zugteilen verbunden.
Von Karlsruhe und Mannheim nach Prag, Berlin und Zürich
Auch über Karlsruhe und Mannheim fahren Nachtzüge. Wer in einer der beiden Städte startet, kommt laut Betreiber am nächsten Morgen beispielsweise in Amsterdam, Prag oder Zürich an:
- Karlsruhe → Prag
- Karlsruhe → Zürich
- Karlsruhe → Amsterdam
Auch nach Paris, Wien und Brüssel über Mannheim
Über die Verbindungen durch Karlsruhe und Mannheim hinaus gibt es laut ÖBB weitere Nachtzüge, die Reisende von Mannheim in Großstädte in Frankreich, Belgien und Österreich bringen:
- Mannheim → Paris
- Mannheim → Wien (über Salzburg)
- Mannheim → Brüssel
- Mannheim → Berlin
Von Baden-Baden, Freiburg und Offenburg nach Zürich und Amsterdam
Wer in Baden-Baden, Freiburg oder Offenburg einsteigt, kann mit dem Nachtzug nach Zürich und Amsterdam fahren. Aus Freiburg und Offenburg gibt es zusätzlich noch Verbindungen innerhalb von Deutschland nach Hamburg und Berlin.
So sieht eine Schlafkabine im Nachtzug aus
Geplanter Nachtzug nach Skandinavien
Ab Frühjahr 2026 soll es außerdem eine Verbindung von Basel nach Kopenhagen und Malmö geben. Laut den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) laufen die Vorbereitungen dafür auf Hochtouren. Die Verbindung soll auch in Baden-Württemberg halten, so eine Sprecherin. Genaue Fahrtzeiten, Zwischenhalte und Preise sind aber noch nicht bekannt.
Deutsche Bahn: Keine eigenen Nachtzüge
Die Deutsche Bahn bietet seit 2016 keine eigenen Nachtzüge mehr an, sie hat aber zuletzt ihre Kooperationen ausgebaut. Mit 19 Nightjet-Linien und acht weiteren Verbindungen mit Partnern wie der Kroatischen und Slowakischen Bahn stellen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) aktuell den Großteil der Nachtzüge in Europa. Die Nightjets mit Start oder Zwischenhalt in Baden-Württemberg sind eine Kooperation der Österreichischen mit den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).
Keine Flughafenkontrollen, kein Stau und weniger Emissionen
Mit dem Nachtzug unterwegs zu sein bedeutet für viele unkompliziertes Reisen ohne Sicherheitskontrolle am Flughafen oder Stau auf der Autobahn. Darüber hinaus kann vor allem Klimaschutz ein Grund für die Reise mit dem Nachtzug sein. Laut einer Studie des Umweltbundesamts werden bei einer Flugreise rund sechs Mal mehr Treibhausgase pro Kilometer und Person ausgestoßen.
Initiative fordert finanzielle Unterstützung durch EU
Nachtzüge sind sehr beliebt und häufig schon Wochen vor ihrer Abfahrt ausgebucht. Trotzdem sind sie nach Angaben von Österreischischen Bundesbahnen (ÖBB) und Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nicht rentabel. Nachtzüge könnten nicht zu Tageszügen umgebaut und genutzt werden. Die SBB wies mit der Ankündigung der geplanten Nachtzugverbindung von Basel nach Skandinavien darauf hin, dass sie finanzielle Unterstützung für den langfristigen Betrieb der Strecke brauche.
Europas größter Nachtzugbetreiber ÖBB hat Mitte Juli bekanntgegeben, knapp ein Drittel weniger Züge als bisher geplant bis 2026 neu einzusetzen. Der Verein "Back-on-Track Germany" kritisiert in einer Mitteilung in dem Zusammenhang, dass Zuweisung von Zugtrassen kompliziert und Trassenpreise kostspielig für Betreiber seien. Außerdem fordert die Organisation finanzielle Unterstützung internationaler Nachtzüge durch die Europäische Union.