Gründung und Anfangszeit
Curevac wurde im Jahr 2000 unter anderem von Ingmar Hoerr gegründet. Der hatte sich schon in seiner Doktorarbeit intensiv mit mRNA beschäftigt. Diese Technologie funktioniert wie ein Bauplan, durch den Körperzellen lernen, sich gegen eine Krankheit zu schützen.
2005 investierte SAP-Mitgründer Dietmar Hopp. 2015 steckte auch der Microsoft-Gründer Bill Gates über seine Stiftung einen zweistelligen Millionenbetrag in die Tübinger.
Corona-Pandemie und das Rennen um den Impfstoff
Während der Corona-Pandemie versuchte Curevac - wie der damalige Mainzer Konkurrent Biontech - einen Impfstoff auf Basis der mRNA-Technologie zu entwickeln. Zunächst sah es gut aus für Curevac Die Bundesregierung beteiligte sich mit 300 Millionen Euro an den Tübingern. Dazu kamen Förderungen des Forschungsministeriums - Curevac bekam 252 Millionen Euro, Biontech bis zu 375 Millionen Euro.
Curevac verpartnerte sich mit dem britischen Pharmakonzern GSK ein und ging im August 2020 an die Börse. Gerüchten zufolge soll auch US-Präsident Donald Trump versucht haben, das Unternehmen davon zu überzeugen, seine Impfstoffe in die USA zu verkaufen.
Doch Curevacs Impfstoff erwies sich als weniger wirksam als der von Biontech, die sich mit dem US-Konzern Pfizer verpartnerten. Curevac modifizierte seine mRNA im Gegensatz zu Biontech nicht. Dadurch hatte der Impfstoff stärkere Nebenwirkungen, konnte aber auch nicht höher dosiert werden.
Wenig Geld für teure Forschung
Statt Milliarden einzunehmen wie die Mainzer Konkurrenz sank der Aktienkurs. Schnell war klar: Alleine Medikamente bis zur Marktreife zu entwickeln wird schwierig. Curevac verkaufte 2024 die Rechte an seinen Grippe- und Coronaimpfstoffprogrammen an GSK.
Ohne den Deal hätte das Geld der Tübinger nicht mehr lange gereicht. Doch das Geld blieb knapp und Forschung ist teuer. Parallel liefen diverse Patentstreitigkeiten zwischen den mRNA-Größen - auch Curevac hat Biontech wegen Patentverletzungen vor Gericht gebracht. Ein Verfahren, das je nach Ausgang teure Zahlungen nach sich gezogen hätte.
Übernahme durch Biontech
2025 meldete Biontech Interesse an Curevac an. Biontech bot 1,25 Milliarden Dollar für das Unternehmen. Die Hoffnung damals war, dass ein neuer Biotech-Champion entstünde.
Die hat sich nun zerschlagen: Im Mai 2026 gibt Biontech bekannt, 22 Prozent der Stellen zu streichen, mehrere mRNA-Produktionsstätten zu schließen und auch die ehemaligen Curevac-Standorte dichtzumachen. Für Curevac ist das das Ende.