- Schadet KI beim Lernen?
- Wie groß ist das Wissen über KI bei Lehrkräften?
- Wo macht der Einsatz von KI Sinn?
- Wie hoch ist die Belastung der Lehrer?
ChatGPT und Co sind längst im Schulalltag angekommen - zumindest bei den Schülerinnen und Schülern. Doch auf Seiten der Lehrkräfte herrscht offenbar noch große Unsicherheit, erläutert Dagmar Wolf. Sie ist Leiterin des Bereichs Bildung der in Stuttgart ansässigen Robert Bosch Stiftung.
In der repräsentativen Umfrage des deutschen Schulbarometers der Robert Bosch Stiftung wurden Lehrkräfte gefragt, wie sicher sie sich beim Einsatz von KI Tools fühlen. Dagmar Wolf: "Die Ergebnisse zeigen, dass 62 Prozent sich unsicher oder sehr unsicher fühlen und lediglich eine kleine Gruppe von sechs Prozent sich als sehr sicher einschätzt. Also wir haben hier schon noch eine große Wegstrecke zu gehen."
Hindert KI am Lernen?
Die Lehrkräfte stehen den Anwendungen wie ChatGPT durch ihre Schülerinnen und Schüler kritisch gegenüber. Die Mehrheit glaubt, dass dadurch soziale und kommunikative Fähigkeiten verkümmern und auch das kritische Denkvermögen schrumpft. Der Potsdamer Bildungsforscher Dirk Richter ist Co-Autor der Studie und sagt: "Wenn die Nutzung von KI als Abkürzung zum Lernen verwendet wird, dann wird fachliches Lernen nicht aufgebaut. Da sind die Befürchtungen von Lehrkräften hier gerechtfertigt. Und Lehrkräfte müssen da deutlich machen, wofür kann KI genutzt werden, wo sie hilfreich ist und wo sie auch nicht eingesetzt werden sollte."
Bildung Wie KI die Schule und das Lernen beeinflusst
KI kann Schülern die Hausaufgaben abnehmen – oder sinnvoll eingesetzt werden. Dafür muss der Umgang mit ihnen auch in der Schule geübt werden.
Wissen Lehrer genug über KI?
Es sei dringend notwendig, die heranwachsenden Generationen darin zu unterrichten, wie sie künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen können. Zur Zeit herrsche aber ein Ungleichgewicht an Wissen und Erfahrung mit KI zwischen Lehrkräften und Schulkindern.
Deshalb zieht Bildungsexpertin Dagmar Wolf das Fazit: "Lehrkräfte müssen hier wirklich gezielt für den Einsatz von KI qualifiziert werden. Und das erfolgt einfach noch nicht flächendeckend und noch nicht ausreichend."
Wo ist der Einsatz von KI sinnvoll?
Nur etwa zehn Prozent der Lehrkräfte setzen überhaupt KI ein. Und das vor allem für die Unterrichtsplanung und nur selten zur Analyse von Lerndaten oder zur Leistungsbewertung. Doch gerade im Bereich des individualisierten Lernens kann künstliche Intelligenz den Lehrkräften viel Unterstützung bieten.
Das erkennen auch immer mehr, sagt Dagmar Wolf: "Hier erwarten 57 Prozent der befragten Lehrkräfte eher positive Effekte durch den Einsatz von KI."
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Schulbarometer: Belastung der Lehrer steigt
Die größte Herausforderung im Schulalltag stellt jedoch nicht die KI, sondern das Verhalten der Schulkids selbst dar. 42 Prozent der befragten Lehrkräfte nennen das als Hauptbelastung. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent. Gerade Lehrkräfte an Haupt-, Real- und Gesamtschulen klagen darüber.
Trotz dieser ganzen Defizite und Belastungen ist jedoch die Zufriedenheit der Lehrkräfte mit der eigenen Arbeit und der eigenen Schule weiter bemerkenswert hoch. Es werden Werte zwischen 80 und 100 Prozent erreicht.