Krieg in Nahost

Iran-Angriffe: Etliche Touristen in Golfregion gestrandet - SWR-Redakteurin berichtet aus Katar

Wegen Angriffen des Irans auf Nachbarstaaten gibt es massive Flugausfälle. Der Luftraum über der Golfregion ist gesperrt. Auch SWR-Redakteurin Susanne Kimmel sitzt in Doha fest.

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Stand

Von Autor/in Betina Starzmann

Nach dem Angriff von Israel und den USA auf den Iran, beschießt das Mullah-Regime auch andere Staaten in der Golfregion. Dort warten aktuell rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern darauf, nach Hause zurückzukehren. Sie sitzen fest, weil der Luftraum in vielen Urlaubsländern in der Golfregion wegen der Angriffe auf den Iran und der Gegenschläge geschlossen ist.

SWR-Reporterin nach Angriffen aus dem Iran in Katar gestrandet

Auch SWR-Redakteurin Susanne Kimmel aus Neustadt in der Pfalz ist aktuell in Doha, der Hauptstadt Katars, gestrandet - zusammen mit etwa 8.000 weiteren Transit-Reisenden. Sie befand sich auf der Rückreise aus Indonesien und sollte in Doha lediglich zwischenlanden. Kimmel berichtet von chaotischen Zuständen, da sich zeitweise tausende Reisende vor den Schaltern am Flughafen drängten.

Ihre Airline konnte sie nach Stunden in einem Hotel unterbringen. Dort seien schätzungsweise 50 bis 100 Reisende untergebracht, der Rest verteilt sich über die anderen Hotels der Stadt. Die Ziele reichen von Frankfurt bis Düsseldorf.

Feuerbälle und Explosionen: Druckwellen reichen bis ins Hotel

In ihrer ersten Nacht im Hotel habe sie auch mitbekommen, wie die Luftabwehr der US Airbase, die in etwa 25 Kilometern Entfernung liegt, iranische Raketen abgefangen hatte. Dabei habe sie Feuerbälle am Himmel gesehen und Explosionsgeräusche gehört "Man hat hier so eine Druckwelle bis ins Zimmer gespürt", berichtet die SWR-Redakteurin.

In unregelmäßigen Abständen passiere das seit Samstag immer wieder. Dementsprechend angespannt sei die Stimmung im Hotel. "Jeder guckt erschrocken aus dem Fenster oder nach oben, wenn etwas zu hören ist", sagt sie.

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Wenige Information von Airline und Auswärtigem Amt

Vom Auswärtigen Amt sei eine E-Mail mit Verhaltensempfehlungen eingegangen: Man solle in Gebäuden bleiben, nur im Notfall nach draußen gehen und sich von Fenstern fernhalten. Konkrete Hinweise zu Schutzräumen oder Bunkern gebe es jedoch nicht. "Da gibt es keinerlei Informationen", so die Redakteurin.

Die Airline informiere die gestrandeten Passagiere täglich gegen 9 Uhr per App und über die Plattform X. Der Inhalt sei bislang unverändert: Der Luftraum bleibe gesperrt, ein weiteres Update folge am nächsten Morgen.

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Keine Möglichkeit zur Ausreise seit Angriffen aus dem Iran

Ein zunächst geplanter Ersatzflug wurde kurzfristig gestrichen. "Wir hatten uns den Wecker auf vier Uhr gestellt. Mitten in der Nacht habe ich gesehen, dass auch dieser Flug gecancelt wurde. Da wurde klar, dass das eine wirklich lange Geschichte wird."

Aus Berlin heißt es inzwischen, besonders schutzbedürftige Personen wie Kranke, Kinder und Schwangere sollten ausgeflogen werden. Für den Großteil der festsitzenden Menschen gebe es jedoch keine konkrete Perspektive.

Ausreisezeitpunkt aus Katar bleibt ungewiss

Eine eigenständige Ausreise über Land - etwa Richtung Saudi-Arabien - sei theoretisch empfohlen worden, praktisch aber kaum umsetzbar. Reisen per Bus nach Saudi-Arabien seien inzwischen grundsätzlich möglich, aber es gäbe komplizierte Bedingungen, so Kimmel.

Derweil beschränke sich der Alltag im Hotel auf das Verfolgen von Nachrichten und das Warten. Selbst der Pool des Hotels sei aus Sicherheitsgründen gesperrt - aus Sorge vor herabfallenden Trümmerteilen. "Angst habe ich nicht direkt", sagt sie. "Aber was wirklich überwiegt, ist diese Ungewissheit: Wann kommen wir hier endlich weg?"

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Alina Klass
Bild von Alina Klass
Autor/in
Betina Starzmann
SWR-Redakteurin Betina Starzmann

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