Wie kommen wir wieder nach Hause? Bei dieser Frage können den Deutschen die Reisebüros helfen, mit denen sie ihren Urlaub gebucht haben. Worauf Reisende achten sollten und wie es jetzt weitergeht, erzählt Anke Budde. Sie betreibt ein Reisebüro in Bretzenheim bei Bad Kreuznach und ist Präsidentin des Verbands Allianz der selbständigen Reiseunternehmer.
Mitarbeiter von Reisebüros "im Dauereinsatz"
SWR1: Die Reisebüros kümmern sich jetzt darum, ihre Urlauber nach Deutschland zurückzuholen. Sind Sie und Ihre Kollegen jetzt im Dauereinsatz?
Das ist unsere oberste Priorität gerade; alle Gäste nach Hause zu holen.
Anke Budde: Ja, das sind wir. Wir sind mit Beginn der Konflikte und dass die Flüge eingestellt wurden, natürlich im Dauereinsatz. Aber natürlich sind auch hier alle Reiseveranstalter involviert. Wir stehen in enger Abstimmung mit der Politik, Reiseveranstaltern, Reisebüros – da geht gerade gar kein Blatt dazwischen und wir werden natürlich alles tun. Das ist unsere oberste Priorität gerade; alle Gäste nach Hause zu holen.
Deutsche Touristen können sich an Reiseveranstalter und Airlines wenden
SWR1: Es gibt auch einige Touristen, die sich selbst darum kümmern, irgendwie auszureisen, teilweise zu horrenden Preisen – das erinnert an Schlepper. Bekommen die, die sich jetzt selbst kümmern, ihr Geld zurück?
Budde: Das kommt ein bisschen darauf an, was und wie gebucht wurde. In allererster Linie muss man ganz klar sagen: Der erste Ansprechpartner bei einer Pauschalreise ist der Reiseveranstalter, der kümmert sich. In zweiter Linie, wenn ich einen "Nur-Flug" gebucht habe, dann ist mein Ansprechpartner die Airline und in enger Abstimmung mit der Airline bekommt man einen Ersatzflug.
Wir sind mit jedem einzelnen Reisegast im Kontakt und wir werden alle nach Hause holen.
Reisebüroleiterin an Touristen in Golfregion: Ruhe bewahren!
Es macht im Augenblick einfach gar keinen Sinn, weil gar keine Verfügbarkeit da ist, sich irgendwie selbst was zu organisieren. Ich weiß, dass da teilweise dann Menschen nach Maskat gefahren sind, und gehofft haben, dort abreisen zu können.
Aber die Flüge sind definitiv alle ausgebucht, da kann man nur appellieren: Ruhe bewahren. Wir sind mit jedem einzelnen Reisegast im Kontakt und wir werden alle nach Hause holen.
Reiseunternehmerin Budde empfiehlt: Auf Krisenvorsorgeliste eintragen
SWR1: Wenn sich die Leute teilweise selbst kümmern, stelle ich mir das unglaublich schwer vor, den Überblick zu behalten. Woher wissen Sie, wer noch alles vor Ort ist und wer Ihre Hilfe noch braucht?
Budde: Es gibt eine sogenannte Krisenvorsorgeliste. Da ist jeder aufgerufen, der sich jetzt irgendwo in einem Krisengebiet befindet, sich einzutragen, sodass wir auch wirklich einen Überblick bekommen. Dann können wir Kapazitäten planen und die Maschinen dann auch in die entsprechenden Gebiete schicken.