Eigentlich klingen die Zahlen ganz gut - vier Millionen Eier mehr haben die Hühner in Deutschland im vergangenen Jahr nach Informationen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gelegt. Und doch sind die Preise für Eier in den Supermärkten weiter gestiegen. Das hat mehrere Gründe.
Deutschland ist auf Eierimporte angewiesen, etwa aus den Niederlanden. Dort wird die Produktion heruntergefahren, zum Beispiel, um Umweltauflagen zu erfüllen. Heimische Betriebe können das nicht auffangen.
Kapazitäten lassen sich nur schwer ausbauen
Das zeigt das Beispiel des Hofs von Gudrun Breuer. Sie hält mit ihrer Familie etwa 30.000 Freiland-Hühner auf einem Hof in der Eifel. Auch sie bemerkt die steigende Nachfrage - ganz unabhängig von Ostern. Das Ei sei als Lebensmittel viel beliebter als noch vor einigen Jahren, als es noch als Cholesterin-Bombe galt.
Kurz vor Ostern Eierknappheit in Deutschland: Warum Eier teurer werden
In Supermärkten fehlen Eier, gleichzeitig steigen die Preise. Vogelgrippe, weniger Importe und mehr Nachfrage bringen den Markt unter Druck.
In der Tat sehen viele Menschen in Eiern inzwischen ein regelrechtes Superfood. Auch unter Umweltschützern genießt das Ei einen vergleichsweise guten Ruf. Denn die Produktion von Eiern setzt deutlich weniger CO2 frei als die Produktion anderer tierischer Produkte wie Milch oder Rindfleisch.
Das macht sich auch bei den Verkaufszahlen bemerkbar: Der Verbrauch sei in den letzten Jahren stark angestiegen. Doch einfach so Kapazitäten ausbauen sei nicht möglich. Vor allem Freiland- und Bio-Höfe kämen dann schnell an ihre Grenzen, sagt Breuer.
"Wir machen uns nicht die Taschen voll"
Die steigende Nachfrage nach Eiern und Produzenten, die nicht hinterherkommen, führen unweigerlich auch zu höheren Preisen. Doch: "Wir machen uns dabei nicht die Taschen voll" sagt Breuer mit Blick auf die deutlich gestiegenen Supermarkt-Preise.
Den Betrieben machten außerdem Krankheiten wie die Geflügelpest oder die Newcastle Disease zu schaffen. Hinzu kämen hohe Kosten für die Anschaffung neuer Tiere und gestiegene Energiekosten. All das schlage sich auch im Preis wieder.
Eier bleiben teuer
Ein Osterfest ganz ohne Eier befürchten aber weder die Eier-Produzentin noch der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau. Doch müssten sich die Menschen wohl an die hohen Preise für Eier gewöhnen.
Denn ein Ausbau der Produktionskapazitäten dauert Jahre, wenn er denn überhaupt möglich ist. Denn, so sagt Eierproduzentin Breuer, alle wollten Freiland-Eier - aber niemand einen Geflügelhof in der Nachbarschaft.