Erkenntnisse von Polizei und LKA

Mehr Falschgeld: So könnt ihr "Blüten" erkennen und euch wehren

Die Zahl der Falschgeld-Vorfälle in Rheinland-Pfalz ist stark gestiegen. Oft werden viel genutzte Scheine wie die 100-Euro-Note nachgemacht. Woher die Blüten kommen - und wie man sich schützen kann.

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Stand

Die Zahl der registrierten Falschgeld-Fälle in Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Während 2020 noch 1.702 Fälle gezählt wurden, waren es 2024 bereits 4.632 – das ist fast eine Verdreifachung innerhalb von fünf Jahren.

Das geht aus Zahlen des Landeskriminalamtes (LKA) in Mainz hervor. Für das laufende Jahr gibt es noch keine belastbaren Daten. Zwar liegen für Rheinland-Pfalz keine exakten Angaben zum finanziellen Schaden vor, bundesweit bezeichnet die Deutsche Bundesbank das Falschgeldaufkommen aber als "moderat". Rechnerisch entfielen 2024 etwa neun gefälschte Banknoten auf 10.000 Einwohner. Wir informieren, wie man sich schützen kann.

Täter nutzen Schwachstellen auf Märkten, Festen und in Läden

Besonders häufig gefälscht werden demnach Banknoten mit den Nennwerten 20, 50 und 100 Euro. "Diese Scheine werden oft genutzt, da sie im Alltag gängig sind und in Stresssituationen nicht immer sorgfältig geprüft werden", teilte ein Polizeisprecher in Mainz mit. Gefälschte Münzen seien deutlich seltener.

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Regionale Schwerpunkte, an denen Falschgeld im Umlauf ist, gibt es in Rheinland-Pfalz dem LKA zufolge nicht. Stattdessen nutzen Täter gezielt Situationen, in denen eine gründliche Prüfung erschwert ist – etwa auf Jahrmärkten, Weinfesten, in Schnellrestaurants, Tankstellen oder Supermärkten.

Besonders in Stoßzeiten, wenn das Personal unter Zeitdruck steht, ist das Risiko für die Annahme von Falschgeld erhöht. Bei den Tätern handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um Einzeltäter, nur selten seien organisierte Gruppen beteiligt, so die Ermittler.

So kann man Falschgeld erkennen

Ein Großteil der sichergestellten Blüten sind sogenannte "veränderte Banknotenabbildungen": Nachgedruckte Euro-Scheine mit textlichen oder bildlichen Veränderungen. Diese tragen Aufschriften wie "Movie Money", "Prop copy", "SPECIMEN" oder Hinweise auf anderen Sprachen wie Türkisch oder Chinesisch. Manche weisen auch kyrillische Schriftzeichen auf. Trotz dieser Merkmale wirken viele Fälschungen auf den ersten Blick täuschend offiziell.

Sie ähneln den echten Banknoten in Größe, Farbe und Layout. Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen oder Hologramme fehlen allerdings oder sind nur grob imitiert.

Die Qualität genüge jedoch, um im schnellen Zahlungsverkehr unentdeckt zu bleiben.

Falschgeld frei Haus per Internet

Ein besorgniserregender Trend: Viele solche Scheine können über Online-Plattformen bestellt werden – oft im Ausland, etwa China oder der Türkei. Die Lieferung erfolgt per Post, eine aufwendige Weiterverarbeitung sei meist nicht nötig. Das Material könne sofort in Umlauf gebracht werden. Ein Einfallstor für Falschgeld sind laut LKA insbesondere Märkte, Festivals oder kleine Verkaufsstellen mit weniger geschultem Personal. Hier werde die Prüfung auf Echtheit häufig vernachlässigt.

Polizei und Banken helfen mit Infos und Schulungen

Polizei, Bundesbank und Bundeskriminalamt setzen auf ein Bündel an Präventionsmaßnahmen. Im Fokus stehen Schulungen und Informationskampagnen für Menschen, die regelmäßig mit Bargeld umgehen – etwa im Einzelhandel, in der Gastronomie oder bei Veranstaltern von Festen.

Die Deutsche Bundesbank bietet auf ihrer Website Schulungsmaterialien und praktische Anleitungen zur Echtheitsprüfung von Banknoten an. Diese Tipps sind so konzipiert, dass sie auch ohne technische Hilfsmittel im Alltag einsetzbar sind. Parallel dazu investiert die Europäische Zentralbank in die Weiterentwicklung der Banknoten selbst. Die sogenannte Europa-Serie – die zweite Generation der Euro-Banknoten – verfügt über verbesserte Sicherheitsmerkmale, darunter neue Wasserzeichen, Hologrammstreifen und Farbwechsel-Effekte.

Verdachtsfälle der Polizei melden

Auch die Polizei trägt nach eigenen Angaben mit präventiver Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung von Falschgeld bei. Dabei geht es nicht nur um das Erkennen von Fälschungen, sondern auch um das richtige Verhalten im Verdachtsfall.

Hinweise zur Beweissicherung und zum sicheren Umgang mit Blüten sollen helfen, Täter zu überführen, ohne das Personal zu gefährden. Trotz steigender Fallzahlen betonen die Behörden: Wer aufmerksam bleibt und sich mit den Sicherheitsmerkmalen vertraut macht, kann Falschgeld in vielen Fällen erkennen - und so verhindern, dass es weiter in Umlauf gerät.

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SWR

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