Kurz vor Jahresende hat die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit Bilanz für 2025 gezogen. Demnach waren etwa 126.000 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet und damit 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Trotzdem hat sich die Arbeitslosenquote kaum erhöht. Sie wird im Jahresmittel voraussichtlich bei 5,5 Prozent liegen. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im vorherigen Jahr.
Ausländische Arbeitskräfte stützen Arbeitsmarkt in RLP
Obwohl die Behörde insgesamt mehr Arbeitslose gezählt hat, ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten laut Arbeitsagentur im Laufe des Jahres kaum gesunken.
Immer größerer Fachkräftemangel Wirtschaft in Rheinland-Pfalz will syrische Fachkräfte halten
Nach dem Sturz des Assad-Regimes wird über die Zukunft syrischer Geflüchteter diskutiert. Viele arbeiten in Berufen, in denen Arbeitskräfte fehlen, z.B. als Busfahrer oder Ärzte.
Das stabile Beschäftigungsniveau sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass Firmen deutlich mehr Menschen mit ausländischem Pass eingestellt hätten, erklärte die Arbeitsagentur. So seien zum Beispiel in der Pflege gezielt Arbeitskräfte aus anderen Ländern angeworben worden.
"Babyboomer" stellen Arbeitsmarkt vor Herausforderungen
Demnächst werde der Bedarf an Arbeitskräften noch steigen, prophezeit die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz, Heidrun Schulz. "Wir haben jetzt schon eine Vielzahl von über 60-jährigen Beschäftigten, von denen wir wissen, dass sie in zehn Jahren nicht mehr im Beschäftigungssystem sind", so Schulz.
Diese Entwicklung verstärke sich von Jahr zu Jahr. Um den Arbeitsmarkt stabil zu halten, müssten Beschäftigte motiviert werden, länger im Job zu bleiben. Gleichzeitig müsse neues Personal gewonnen werden.
Junge Menschen finden leicht einen Job
Der Bedarf an Arbeitskräften sei eine Chance für junge Menschen, so Schulz. Gleichzeitig sieht sie darin aber auch ein Risiko. Viele junge Menschen entscheiden sich dafür, direkt nach der Schule Geld zu verdienen. Damit gefährdeten sie jedoch ihre Perspektiven, meint Schulz.
Eine Beschäftigung ohne Ausbildung geht, sie hält aber nicht. Das führt ganz häufig zu unsteter Beschäftigung. Drei Monate hier, ein Jahr da und damit große Unsicherheit auf Dauer.
Gesundheit ist Jobmotor in RLP
Im Jahr 2025 war der Gesundheitsbereich der größte Jobmotor im Land. In der Industrie, im Baugewerbe und bei der Zeitarbeit wurden dagegen Tausende Stellen abgebaut.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern stehe Rheinland-Pfalz insgesamt gut da, betonte Schulz. Das Land zähle bereits seit mehr als 15 Jahren konstant zu den drei Bundesländern mit der niedrigsten Arbeitslosenquote - nach Bayern und Baden-Württemberg. Grund sei die vielfältige Wirtschaftslandschaft ohne Fokus auf nur eine Branche.
Für das kommende Jahr rechnet die Arbeitsagentur mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Rheinland-Pfalz von unter einem Prozent.