Weißer Rauch im Tunnel, Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken tasten sich vor, immer wieder knacken Funksprüche durch die Luft – im Hörnchenbergtunnel auf der A62 bei Landstuhl wirkt am Samstagvormittag alles wie ein echter Großeinsatz. Doch der Brand im Tunnel ist nur simuliert: Bei einer groß angelegten Übung trainieren rund 160 Einsatzkräfte den Notfall.
Brand im Hörnchenbergtunnel: Realistische Übung auf der A62
Im Zentrum der Übung steht dieses Szenario: Ein Unfall mit drei Pkw und einem Linienbus, zwei der Fahrzeuge stehen in Flammen. Mehrere Verletzte müssen versorgt werden, eine Person ist in ihrem Auto eingeklemmt und muss von der Feuerwehr befreit werden.
Um die Lage möglichst realistisch darzustellen, wird künstlicher Rauch in den Tunnel geleitet. In dieser Form ist die Übung eine Premiere, heißt es von der Autobahn GmbH. Doch der Rauch am Samstag unterscheidet sich deutlich von einem echten Brand.
Christian Boesen, Tunnelsicherheitsbeauftragter bei der Autobahn GmbH, sagt: "Der künstliche Rauch ist nicht so dicht wie bei einem wirklichen Brand und auch nicht giftig." Der Rauch sei grundsätzlich das größte Problem bei so einem Einsatz im Tunnel. Im Ernstfall könnten Einsatzkräfte ihre Hand vor dem Gesicht nicht mehr erkennen.
Feuerwehr der VG Landstuhl trainiert im Rauch
Genau diese Bedingungen machen die Übung für die Feuerwehr besonders wertvoll. Während bestimmte Abläufe regelmäßig trainiert werden, ist die Kombination aus Tunnel, Rauch und eingeschränkter Sicht eine echte Herausforderung.
Das Besondere sei gewesen, wie realistisch die Situation durch den Rauch im Tunnel gewirkt habe, sagt Rüdiger Väth, stellvertretender Wehrleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Landstuhl. Außerdem sei es für ihn spannend gewesen zu beobachten, wie sich der Rauch im Tunnel tatsächlich ausbreitet. Sein Fazit fällt positiv aus: "Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden."
Teilweise gehen die Einsatzkräfte mit Blindenstöcken durch den dichten weißen Rauch, um Verletzte zu finden – dargestellt diesmal nicht von Statisten, sondern von Puppen.
Vergleich zur letzten Großübung im Tunnel
Eine Übung dieser Größenordnung gab es zuletzt vor vier Jahren im Hörnchenbergtunnel. Damals waren knapp 40 Statisten beteiligt und es wurde ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen und zahlreichen Verletzten simuliert.
Der Fokus war diesmal ein anderer: Statt vieler Verletzter stand vor allem das Szenario eines Tunnelbrands im Mittelpunkt.
Tunneltechnik funktioniert reibungslos bei Übung auf A62
Auch aus Sicht der Autobahn GmbH lief die Übung erfolgreich ab. Carsten Biereth, Tunnelmanager bei der Autobahn GmbH, zeigt sich zufrieden: "Zeitlich vom Ablauf war alles gut."
Besonders wichtig: Auch die Technik im Tunnel hat einwandfrei funktioniert. Sensoren erkennen den Brand und lösen automatisch Sicherheitsmechanismen aus – etwa die Ampelanlage vor dem Tunnel, die auf Rot schaltet.
Warum solche Übungen im Tunnel so wichtig sind
Einsätze in Tunneln gehören zu den anspruchsvollsten Szenarien für Rettungskräfte. Enge Räume, schlechte Sicht und eingeschränkte Fluchtmöglichkeiten machen jede Lage schwieriger.
Deshalb sind solche Großübungen auch vorgeschrieben – und zwar alle vier Jahre. Ziel ist es, das Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Katastrophenschutz unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.
Am Samstag hat sich gezeigt: Der Ernstfall lässt sich nicht vollständig simulieren, aber sehr realitätsnah darstellen.