Jahrelanges Warten auf ein Spenderorgan

Neues Gesetz könnte Organspenden in Kaiserslautern erhöhen

Die Bundesregierung diskutiert über eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Diese könnte mehr Menschen in und um Kaiserslautern das Leben retten.

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Von Autor/in Friederike Pick

"Die Patienten werden sicherlich davon profitieren", sagt Prof. Dr. Urban Sester. Er ist Chefarzt am Westpfalzklinikum in Kaiserslautern, unter anderem im Bereich der Transplantationsmedizin. Mehr Organspenden und kürzere Wartezeiten, das könnte die Gesetzesänderung konkret bringen.

Derzeit nur rund vier Organspenden pro Jahr

"Im Westpfalz-Klinikum würden wahrscheinlich ein bis zwei Überkreuzspenden pro Jahr erfolgen können", so Chefarzt Sester. Das klingt erst einmal nicht viel, allerdings sind Organspenden im Westpfalz-Klinikum auch kein Alltagsgeschäft: Zuletzt haben in Kaiserslautern gerade einmal rund vier Menschen pro Jahr Organe gespendet. Etwas häufiger kommt es zu Transplantationen, das heißt, dass jemand ein Spenderorgan erhält, das teilweise in einem anderen Krankenhaus entnommen wurde - das sind am Westpfalz-Klinikum etwa 25 bis 30 pro Jahr.

Neues Gesetz könnte Wartezeit auf eine Organspende verkürzen

"Besonders profitieren würden Menschen, für die im direkten familiären Umfeld kein passender Lebendspender zur Verfügung steht", erklärt Felix Kindel, der Transplantationsbeauftragte am Westpfalz-Klinikum. "Durch Überkreuzspenden könnte ein bislang fremder Spender helfen." Kindel hält die neue Regelung für eine deutliche Bereicherung für Patientinnen und Patienten, die auf eine Nierentransplantation angewiesen sind. "Die teils sehr langen Wartezeiten von acht bis zehn Jahren könnten dadurch erheblich verkürzt werden."

Rund 8.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan, die meisten davon auf eine Niere. Manche erhalten nach vielen Jahren ein Spenderorgan, manche sterben zuvor. Immer wieder wurde in Deutschland deshalb überlegt, wie die Organspendezahlen erhöht werden könnte. Seit Anfang 2024 gibt es etwa ein digitales Organspende-Register, in das Menschen ihre Entscheidung für oder gegen eine Spende eintragen können. Außerdem wurde im Bundestag mehrfach über die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung diskutiert. Anders als bisher müsste man aktiv widersprechen, wenn man mit einer Organspende nach dem Tod nicht einverstanden ist.

Letztlich müssen bei dem Thema Organspende auch ethische Fragen geklärt werden. "In Deutschland besteht allgemein ein Problem mit der Akzeptanz der Endlichkeit des Lebens", sagt Chefarzt Sester. "Somit resultieren in vielen Bereichen suboptimale Lösungen, wie zum Beispiel auch im Transplantationsbereich."

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