Der Bund übernimmt für dieses Jahr die Kosten. Ursprünglich war aber eine Kürzung der Mittel von 90.000 auf 50.000 Euro geplant. Laut dem Direktor der Akademie, David Sirakov, hat das Team viele Gespräche mit Bundestagsabgeordneten und Bürgern geführt und dabei große Unterstützung erfahren. Wie es im nächsten Jahr mit der Finanzierung weitergeht, sei allerdings noch unklar.
Kürzungen wären "fatales Zeichen"
Gerade jetzt, in diesen weltpolitisch unsicheren Zeiten, sei der politische und kulturelle Austausch, besonders auch für die Menschen in der Region, enorm wichtig. Wenn der wegfallen würde, wäre das ein fatales Zeichen. So drastisch beschreibt Sirakov die Auswirkungen, die die Pläne der Bundesregierung hätten.
Angebot der Akademien in Gefahr
Die Atlantische Akademie in Kaiserslautern kümmert sich um den kulturellen Austausch mit den USA. Sie berät unter anderem auch die rheinland-pfälzische Landesregierung mit Blick auf die US-Innen-, Außen- und Sicherheitspolitik. Zudem bietet sie etliche Angebote im Bereich Kultur und Bildung. Neben Filmvorführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen in Schulen, bietet die Akademie auch Sprachkurse an und hilft, wenn Schüler oder Studenten zum Austausch nach Amerika gehen wollen.
Wer hier streicht, spart an der Demokratie
"Vor dem Hintergrund der aktuell sehr angespannten handels-, sicherheits- und wirtschaftpolitischen transatlantischen Beziehungen, ist es wichtiger denn je, solche Institutionen, die diese Themen in die Gesellschaft bringen, zu unterstützen", sagt Sirakov.
Mögliche Kürzungen sorgen für Ärger
Grund für die ganze Unruhe sind Pläne des Bundes. Das Auswärtige Amt soll massiv Gelder gekürzt bekommen, was auch die Deutsch-Amerikanischen Zentren betreffen würde. Konkret geht es für jede der elf Einrichtungen um Einsparungen in Höhe von 45 Prozent. Das heißt: Bisher gab es jährlich für jede Einrichtung 90.000 Euro, wenn die Kürzungen des Bundes so durchgehen, bleiben noch 50.000 Euro übrig.
Für die rheinland-pfälzische Akademie bedeutet das, dass deutlich weniger Angebote gemacht werden könnten und ein Arbeitsplatz im Team wegfallen würde. Insgesamt beschäftigt die Akademie aktuell fünf Mitarbeiter.
Existenzbedrohend wären die Sparmaßnahmen zwar nicht für die rheinland-pfälzische Akademie, aber für die Akademien im Saarland, in Sachsen oder zum Beispiel auch in Hamburg könne es eng werden, so Sirakov. Da wäre ein Aus durchaus möglich.
Atlantische Akademie Kaiserslautern gibt Hoffnung nicht auf
Noch sei nichts in Stein gemeißelt, sagt David Sirakov. Er hofft, dass die Kürzungs-Pläne noch gekippt werden. Die Atlantische Akademie ruft alle Menschen dazu auf, politisch aktiv zu werden. Jeder könne mithelfen, an den Kürzungen doch noch etwas zu ändern. Dazu könne man sich unter anderen an seinen Bundestagsabgeordneten oder auch an die Mitglieder des jeweiligen Haushaltsausschusses wenden.