Die EU und die USA hatten sich auf eine Grundsatzvereinbarung zur Entschärfung des Zollkonflikts geeinigt. Der Zollsatz wird auf die meisten europäischen Importe in die USA bei 15 Prozent liegen, so die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Dies gelte auch für Autos, Halbleiter und Pharmaprodukte. Ob der höhere Zoll auf Wein erhoben wird, ist derzeit noch unklar. Wein könnte auf die Liste der abgabefreien Produkte kommen. Die Zölle auf die Einfuhr von Stahl und Aluminium bleiben dem US-Präsidenten zufolge bei 50 Prozent.
LVU: Niedrige Zölle statt halbgarer Einigungen
Die gute Nachricht aus Sicht der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU): Die Hängepartie im Zollstreit habe für große Teile der Wirtschaft jetzt ein vorläufiges Ende. Dennoch werde auch ein einheitlicher Zollsatz von 15 Prozent spürbare Auswirkungen auf die Wirtschaft haben und sei deshalb kein Grund zur Freude, heißt es bei dem Wirtschaftsverband.
Immerhin hat die Hängepartie im Zollstreit für große Teile der Wirtschaft ein vorläufiges Ende. Dies gilt bedauerlicherweise nicht für Stahl und Aluminium. Fest steht: Unsere gesamte exportorientierte Wirtschaft braucht niedrigere Zölle anstatt halbgarer Einigungen.
IHK: Hohe Zölle auf Stahl erhebliche Belastung
Auch Arne Rössel, der Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, betont, immerhin hätten die Unternehmen jetzt Planungssicherheit. Dennoch seien die Zölle nach dem "Deal" deutlich höher als früher. Rössel kritisiert zudem, dass die Zölle für Stahl und Aluminium, die in die USA eingeführt werden, bei 50 Prozent bleiben sollen. Dies sei für Exporteure wie Thyssen Krupp Rasselstein in Andernach eine erhebliche Belastung.
Volker Scherer, Leiter des Geschäftsbereichs International bei der IHK Pfalz meint, dass es überhaupt zu einer Einigung kam, ist ein wichtiges Signal. Ein Handelskrieg wäre ein herber Rückschlag für die zarte Erholung der Wirtschaft gewesen
Ob und in welchem Umfang diese Zolleinigung tatsächlich zu einem Rückgang der Exporte in die USA führen wird, bleibt abzuwarten. Auch andere Faktoren wie etwa das Verhältnis von Dollar zum Euro spielen hier eine Rolle. Gewinnt der Dollar gegenüber dem Euro an Wert, könnte dies die Auswirkungen der höheren Zölle abmildern.
Basiszollsatz von 15 Prozent Einigung im Zollstreit mit USA: Reaktionen von IHK und BASF aus Pfalz
EU und USA haben sich im Zollstreit geeinigt. In der Pfalz gab es am Montag erste Reaktionen von der Industrie-und Handelskammer (IHK), der BASF und Daimler.
Folgen für den Wein-Export
Landeswirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) hatte vor der Einigung wiederholt vor US-Zöllen auf deutschen Wein gewarnt. Die Branche stecke in der Krise – höhere Zölle könnten massive Folgen für Betriebe in Rheinland-Pfalz haben.
Ob der Zoll auf Wein wirklich erhoben wird, ist derzeit allerdings noch gar nicht sicher. Es könnte nämlich auch sein, dass Wein auf der Liste jener Produkte landet, bei deren Abgabe gar keine Abgaben fällig werden. Der Verband der Weinexporteure fordert von der Bundesregierung, sich nachdrücklich dafür einzusetzen.
In Rheinland-Pfalz würden vor allem Betriebe an der Mosel höhere Zölle spüren, denn von dort stammen fast die Hälfte aller in die USA exportierten deutschen Weine. Außerdem sind auch viele Betriebe in Rheinhessen im US-Geschäft aktiv.
Insgesamt exportierten 2024 rheinland-pfälzische Unternehmen Waren im Wert von 5,1 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten – darunter Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse, Chemieprodukte, Fahrzeuge und den bekannten Wein.