Der Speyerer katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann hat den verstorbenen Papst Franziskus als "Impulsgeber und wichtigen Wegbereiter" für eine Reform der Kirche gewürdigt. Als Zeichen der Trauer und Dankbarkeit hatten am Dienstag ab 12 Uhr im ganzen Bistum für eine Viertelstunde die Kirchenglocken geläutet.
Am späten Nachmittag fand ein Gedenkgottesdienst statt, auch ein Kondolenzbuch, in das sich Besucher eintragen können, liegt im Speyerer Dom aus. Bereits seit Ostermontag hängt Trauerbeflaggung im gesamten Bistumsgebiet.
Wie das Bistum mitteilte, ist am 28. April auch ein Requiem im Speyerer Dom - zwei Tage nach der Beisetzung - für Papst Franziskus geplant. Den Gottesdienst leitet Bischof Wiesemann.
Bischof Wiesemann: "Franziskus hat Kirche demütiger gemacht"
Bischof Wiesemann erklärte, dass sich die katholische Kirche während der Amtszeit von Papst Franziskus tiefgreifend verändert habe. "Vom ersten Tag seiner Wahl zum Bischof von Rom und zum Hirten der Gesamtkirche hat er sich - mit aufrüttelnden Worten und durch eindrückliche Gesten - für eine demütige und den Menschen zugewandte Kirche eingesetzt."
Reformen in der katholischen Kirche Interview mit Theologin: Papst Franziskus hat sehr viel vorangebracht
Papst Franziskus hat viele Reformen angestoßen. Ob sie vollendet und realisiert werden, hängt von seinem Nachfolger ab, sagt Theologin Ursula Nothelle-Wildfeuer im SWR-Interview.
Unter anderem habe der verstorbene Papst, so der Speyerer Bischof, auch die Rolle der Frauen aufgewertet. Kritik und Angriffe seien dabei nicht ausgeblieben, "weil die von ihm angestoßenen Reformschritte für manche zu weit gingen, für andere wiederum zu zaghaft waren", so Wiesemann.
Evangelische Kirche der Pfalz würdigt Papst
Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz Dorothee Wüst würdigte den verstorbenen Papst als "offen und nahbar." Besonders dankbar sei die Evangelische Kirche für alle Bemühungen um ein gutes ökumenisches Miteinander, so Wüst. Franziskus habe "die Vielfalt der Weltkirche als Reichtum verstanden und es verstanden, Brücken zwischen Kulturen, Traditionen und sozialen Realitäten zu bauen."
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Papst Franziskus ist tot. Das Oberhaupt der katholischen Kirche starb am Ostermontag im Alter von 88 Jahren, wie der Vatikan mitteilte.
Papst starb an Folgen eines Schlaganfalls
Papst Franziskus war am Ostermontag laut Vatikan an den Folgen eines Schlaganfalls und Herzversagen gestorben. Vor dem Herzversagen sei Papst Franziskus ins Koma gefallen. Der Pontifex war zuvor mehrere Wochen lang wegen einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden. Am Ostersonntag hatte er den Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom schon sichtlich geschwächt noch den Segen "Urbi et Orbi" gespendet.