Seit Anfang September ist er bereits in Betrieb, jetzt wurde er offiziell eingeweiht: Ein Kreißsaal am Westpfalz-Klinikum in Kirchheimbolanden, der von Hebammen geleitet wird. Dort können gesunde Frauen mit unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf ihr Kind in Begleitung einer Hebamme zur Welt bringen – ganz ohne ärztliche Leitung. Nur wenn Komplikationen auftreten oder eine Betäubung gegen die Schmerzen, wie eine Periduralanästhesie (PDA), notwendig wird, wird eine Ärztin oder ein Arzt hinzugezogen. Die Geburt bleibt so möglichst natürlich.
Ergänzung zur klassischen Geburtshilfe
"Ich denke, das ist das Modell der Zukunft“, sagt Cindy Paulus, Leitende Hebamme der Geburtsklinik. Denn zum einen sei eine natürliche Geburt das, was viele Frauen sich heutzutage wünschen. Zum anderen sei das Konzept ressourcenschonend: "Der Arzt muss nicht die ganze Zeit danebenstehen." Im Notfall sei er jedoch innerhalb von zwei Minuten zur Stelle. Das bestätigt Astrid Hedicke, Chefärztin für Gynäkologie: "Wenn es nicht gut läuft, dann sind wir sofort zur Stelle."
Landesweite Förderung für Kreißsäle
Das Westpfalz-Klinikum in Kirchheimbolanden ist eine von sechs Geburtskliniken in Rheinland-Pfalz, die vom Land eine Förderung für die Einrichtung eines hebammengeleiteten Kreißsaals erhalten haben. Ziel der Landesregierung ist es, die Versorgung für werdende Eltern zu stärken und ein vielfältigeres Angebot zu machen. "Es ist total wichtig, dass wir auch den ländlichen Raum stärken und dass man auch auf dem Land verschiedene Wahlmöglichkeiten der Geburtshilfe hat", erklärt Staatssekretärin Nicole Steingaß (SPD).
Eröffnungsfeier in Kirchheimbolanden
Der neue Kreißsaal am Westpfalz-Klinikum in Kirchheimbolanden hat am Freitagmittag seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Es gab ein buntes Programm – darunter Kreißsaal-Führungen, Vorträge und ein Babybauch-Shooting.