Aus der Ferne sieht er aus wie eine abstrakte Kunststatue. Mitten auf einer Wiese im Diemersteiner Tal bei Frankenstein im Kreis Kaiserslautern thront gut sichtbar seit wenigen Tagen ein in sich gewundener Turm aus Holz.
Doch das mysteriöse Konstrukt sieht nicht nur kunstvoll aus, sondern erfüllt auch einen Zweck: Es handelt sich um einen Ziegenturm – ein Turm, der speziell dazu dient, dass Ziegen darauf klettern und spielen können.
Ziegen und Uni profitieren von dem Bauprojekt
Auf der Wiese in Diemerstein, mitten im Pfälzerwald, leben derzeit insgesamt acht Ziegen. Sowohl die Wiese als auch die Ziegen, gehören zu dem ausgelagerten Architektur-Campus der Uni Kaiserslautern. Die Ziegen halten das Gelände von Gestrüpp frei.
Von dem Ziegenturm profitieren beide, die Ziegen und die Uni. "Der Fachbereich Architektur hat nach einem Projekt gesucht", erzählt Eckhard Vogel, ehemaliger Ortsbürgermeister von Frankenstein. "Dann habe ich vorgeschlagen, einen Ziegenturm zu bauen." Damit hatte die Uni ein Bauprojekt in Aussicht – und die Ziegen einen Spielplatz zum Klettern.
Zwei Studentinnen aus München liefern den besten Entwurf
Die Uni veranstaltete daraufhin einen bundesweiten Wettbewerb, bei dem Architektur-Studierende ihre Entwürfe für den Ziegenturm einreichen konnten. Zwei Studentinnen aus München überzeugten die Jury in Kaiserslautern mit ihrem Konzept: ein fünf Meter hoher Holzturm, der die Form eines gewundenen Ziegenhorns imitiert.
"Wir wollten mit dem Entwurf ein Bild vermitteln", erklärt Ameli Dammann, eine der beiden Gewinnerinnen aus München. Vor allem solle der Turm aber den Ziegen Spaß bringen, so die angehende Architektin. "Oben gibt es einen tollen Ausblick über das Tal, da kann sich die Ziege auch hinlegen." In der Mitte biete der Turm Schatten und Regenschutz. Und an das leibliche Wohl haben die Studentinnen auch gedacht: "Unten ist ein Salzleckstein."
Ziegen klettern bei Einweihung am Donnerstag
Bei der offiziellen Einweihung wurden die Ziegen zuerst mit etwas Futter zu dem neuen Holzkonstrukt gelockt. Nach kurzer Zeit hüpfen einige Tiere auch die ersten paar Stufen hoch. Die beiden Architektur-Studentinnen sind sichtlich erfreut, dass ihr Konzept aufgegangen ist. Auch der Ideengeber Eckhard Vogel ist sich sicher: "Das wird gut angenommen."